Daten stärker fusionieren

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Prof. Dr. Michael Lauster vom Fraunhofer-Institut INT in Euskirchen verlangt eine stärkere Kombination unterschiedlicher Daten durch die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). (Foto: BS/Feldmann)

Die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) müssen die Daten, die sie aus verschiedenen Quellen erhalten, stärker miteinander kombinieren, zusammenfassen und übereinanderlegen. Außerdem brauche es bei der Auswertung großer unstrukturierter Datenmengen, etwa bei einer intelligenten Videoüberwachung, eine Anomalieerkennung.

Diese müsse gegebenenfalls mithilfe von Softwarelösungen erfolgen, die Unregelmäßigkeiten anhand von Mustererkennung detektieren, verlangte Prof. Dr. Michael Lauster vom Fraunhofer-Institut INT in Euskirchen. Außerdem plädierte er für die Nutzung eines Einsatzführungssystems, das Informationen umfassend bereitstelle, aktuell sei, ebenengerechte Analysen erlaube, Entscheidungsalternativen anbiete, die verschiedenen Entscheidungsschritte dokumentiere und vernetzt sei. Des Weiteren unterstrich der Wissenschaftler: “Die Fähigkeit, neue Technologien erkennen und bewerten zu können, ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit einer modernen Polizei.” Auch müsse die Polizei immer wissen, über welche technologischen Möglichkeiten ihr Gegenüber verfüge. Problematisch sei aus seiner Sicht, dass die BOS bisher nur schwache Künstliche Intelligenz (KI) nutzten, so Lauster.

Grundsätzlich seien Technik und KI aber nur Hilfsmittel für die Beamten der Sicherheitsbehörden, gab Prof. Dr. Jürgen Beyerer vom Fraunhofer VVS zu bedenken. Sie könnten den Menschen jedoch nie komplett ersetzen. Das zeige sich unter anderem im Bereich der intelligenten Videoüberwachung, erläuterte der Forscher. Beyerer empfahl den BOS, sich gegenüber dem Bundesverteidigungsministerium (BMVg) und der Bundeswehr offener zu zeigen und den Informationsaustausch zu intensivieren. Es brauche dringend mehr Interoperabilität.