Neuer SIPRI-Rüstungshandelsreport

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Wird noch auf Jahre hinaus den europäischen Rüstungsmarkt dominieren: die Auslieferung des neuen Kampfflugzeuges F-35 "Lightning II". (Foto: BS/Portugall)

Beim Thema “deutscher Rüstungsexport” kaprizieren sich viele Kommentatoren auf den “Problemkunden” Saudi-Arabien – vor allem wegen dessen Beteiligung am Jemenkrieg und wegen des ungeklärten Mordes an dem saudischen Journalisten Jamal Khashoggi. Der jüngste “Trendbericht zum internationalen Waffenhandel “des schwedischen Friedensforschungsinstituts SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute) rückt da die Proportionen zurecht.

Die Bundesrepublik landet zwar im aktuellen Beobachtungszeitraum von 2014 bis 2018 mit einem Anteil von 6,4 Prozent auf Platz vier der weltweiten Rüstungsexporteure. Dabei ist sie fast gleichauf mit Frankreich (6,8 Prozent), aber doch mit deutlichem Abstand zu Russland (21 Prozent) und vor allen Dingen zu den USA (36 Prozent).

Umgekehrt kommen für das wahabitische Königreich die wichtigsten Rüstungslieferanten im gleichen Zeitraum aus den USA (zu 68 Prozent), Großbritannien (16 Prozent) und Frankreich (4,3 Prozent).

Was hierzulande kaum Beachtung findet, ist der Umstand, dass Deutschland zwischen 2014 und 2018 mit einem Anteil von 22 Prozent der wichtigste Lieferant von Rüstungsgütern in die USA gewesen ist. Dabei handelt es sich insbesondere um Handfeuerwaffen sowie um Flugzeug- und Hubschrauberteile. Immerhin sind die Vereinigten Staaten auf Platz 16 der Liste der Rüstungsimporteure.

Zwar wird innerhalb der Europäischen Union (EU) schon seit Jahren eine engere Zusammenarbeit bei Entwicklung und Beschaffung auf dem Rüstungsmarkt gefordert – nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund von Interoperabilität. Von einer Trendumkehr kann jedoch noch nicht die Rede sein. Mit einem Anteil von 41 Prozent im Beobachtungszeitraum dominieren die USA immer noch die Einfuhr von Hauptwaffensystemen innerhalb der EU. Dies wird auch in den kommenden Jahren so bleiben. Größter Einzelposten ist dabei die bereits angelaufene Auslieferung von insgesamt 295 Exemplaren des hochmodernen Mehrzweck-Kampfflugzeuges F-35 “Lightning II” der 5. Generation von Lockheed Martin an die Luftstreitkräfte Belgiens, Dänemarks, Großbritanniens, Italiens und der Niederlande.

Russland hingegen erlebte mit einem Rückgang von 17 Prozent im Vergleich zum vorherigen Zeitraum von 2009 bis 2013 geradezu einen Einbruch beim Rüstungsexport – besonders wegen der gesunkenen Nachfrage Indiens und Venezuelas. Als Importeur von Waffensystemen trat die Föderation 2018 überhaupt nicht mehr in Erscheinung – als eine Spätfolge von Sanktionen nach der Krim-Annexion 2014.

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