Vollausstattung für jedes Einsatzfahrzeug vorgesehen

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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU, hinten) stellte die Eckpunkte des neuen Konzeptes "Mobile Police" vor. Außerdem verkündete er die landesweite Einführung von Körperkameras. (Foto: Bayerns Polizei)

Jedes der etwa 5.000 Einsatzfahrzeuge der Bayerischen Polizei soll in Zukunft über eine Vollausstattung mit Smartphones und sogenannten Convertibles verfügen. Zudem ist mittelfristig die Ausstattung jedes Beamten mit einem Diensthandy vorgesehen. Das kündigte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im Rahmen der Präsentation seines Konzeptes “Mobile Police” an.

Ausgangspunkt sind die mehr als 5.000 Smartphones, rund 3.500 Notebooks und über 1.200 Convertibles, die seit Jahresbeginn im Freistaat schon im Einsatz sind oder derzeit in das Polizeinetz integriert werden.

Darüber hinaus ist in Kürze die Freischaltung einer neuen Personenabfrage-Applikation auf den bereits vorhandenen dienstlichen Smartphones vorgesehen. Mit ihr können mobil alle relevanten polizeilichen Datenbanken genutzt werden. So ist zum Beispiel die mobile Personenidentifizierung mittels Fingerscan möglich. Auch lässt sich feststellen, ob eine kontrollierte Person zur Fahndung ausgeschrieben ist.

Klare Trennung

Alle polizeilichen Daten und Applikationen laufen dabei in eigenen, abgeschirmten Bereichen und sind strikt vom Smartphone getrennt. Auf den mobilen Endgeräten findet keine eigene Datenhaltung statt. Nur in Ausnahmefällen werden Daten besonders geschützt zwischengespeichert. Dies kann etwa der Fall sein, sofern zum Zeitpunkt der Datenerhebung kein Mobilfunkempfang gegeben ist. Des Weiteren werden sowohl Datenhaltung als auch –übermittlung verschlüsselt. Und es gebe eine biometrische Erkennung der Zugriffsberechtigten, so Herrmann.
Der CSU-Politiker unterstrich: “Mit unserem Konzept “Mobile Police” statten wir die Bayerische Polizei mit hochmoderner Ausrüstung und innovativer Technik aus.” Investiert würden über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg rund 122 Millionen Euro. Dies sei in einer solchen Größenordnung bundesweit einmalig. Außerdem sagte der Münchner Ressortchef, dass das Konzept “Mobile Police” ein wichtiger Schritt in Richtung des digitalisierten Funkwagens und des vollvernetzten Streifenbeamten sei. “Mit dem ortsunabhängigen Zugriff auf alle erforderlichen Informationen beschleunigen wir polizeiliche Arbeitsabläufe, entlasten unsere Einsatzkräfte und erhöhen ihre Präsenz weiter”, betonte Herrmann.

Landesweite Nutzung der Bodycams

Derweil hat der Innenminister auch den landesweiten Einsatz von Bodycams freigegeben. Diese hätten sich während eines einjährigen Pilotversuchs bestens bewährt. Sie trügen zu einer deutlich höheren Hemmschwelle bei, Polizeibeamte anzugreifen. “Deshalb führen wir Bodycams bayernweit im uniformierten Streifendienst sowie bei den Einsatzeinheiten der Polizeipräsidien und der Bayerischen Bereitschaftspolizei ein.”

Insgesamt werden fast 1.400 Geräte für rund 1,8 Millionen Euro angeschafft. Inbegriffen sind neben den Kameras selbst entsprechende Halterungen, eine spezielle Auswertesoftware sowie eine besondere Server- und Speichertechnik. Die Auslieferung an die Dienststellen soll laut Minister bis Anfang kommenden Jahres abgeschlossen sein. Es erhält nicht jeder Beamte eine persönlich zugewiesene Kamera. Vielmehr sollen die Geräte im Rahmen einer Poollösung bei den jeweiligen Dienststellen vorgehalten werden.

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