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Gesamtkonzept gegen Wohnungslosigkeit

Eine bundesweite Statistik mit belastbaren Daten zur Zahl der Wohnungs- und Obdachlosen ist eine notwendige Basis, um eine Gesamtstrategie zur Bekämpfung der Missstände zu entwickeln. Bislang fehlt eine solche. Nordrhein-Westfalen ist das einzige Bundesland, das eine langjährige Landesstatistik erhebt – und damit zeigt: es lässt sich umsetzen.

Das bevölkerungsreichste Bundesland habe im vergangenen Jahr einen Anstieg der Zahl der Wohnungslosen von 29 Prozent verzeichnet, berichtet Lars Andre Ehm, Leitender Ministerialrat im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen und Gruppenleiter “Soziale Inklusion” im Rahmen einer Bundestags-Anhörung. Hauptursache hierfür seien anerkannte Asylsuchende, die aufgrund angespannter Wohnungsmärkte zunächst keine Wohnung finden, aber von den Kommunen untergebracht werden müssen. Die Statistik des Ministeriums hatte zuletzt einen Rücklauf aus den Kommunen von 99 Prozent, aus der freien Trägerschaft von 93,6 Prozent. Ehm betont, dass eine solche Erhebung sowohl für die kommunale Ebene als auch die Landesebene eine wichtige Informationsgrundlage sei, um Maßnahmen zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit zu erarbeiten.

Zu solchen Maßnahmen sollten zentrale, kommunale Fachstellen zur Wohnungssicherung zählen, fordern Dr. Birgit Fix, Referentin für Armuts- und Arbeitsmarktfragen beim Deutschen Caritasverband e.V. sowie Uwe Lübking, Beigeordneter des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB). In solchen sollten verschiedene Aufgabenbereiche und Ressorts zusammengeführt werden, um Informationswege zu verkürzen. Beispielsweise soll die frühzeitige Information der Sozialleistungsträger und der Ordnungsämter über Räumungsklagen und bevorstehende Räumungen dadurch gewährleistet werden. “Die Wohnraumversorgung muss vor allem für Einkommensschwache gestärkt werden,” so Fix.

Sonja Rexhäuser von der Fachstelle Wohnungssicherung der Sozial- und Jugendbehörde Karlsruhe betont, dass eine umfassende Wohnungslosenhilfe nur unter Einbeziehung der Politik möglich sei. Die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs hat bereits 1997 ein “Gesamtkonzept Wohnungslosenhilfe” in Form eines Aktionsplans verabschiedet, der seitdem im Zweijahresrhythmus evaluiert wird. 2005 wurde zudem das Instrument “Wohnraumakquise durch Kooperation” etabliert. Beides sind nun feste Bestandteile der kommunal- und sozialpolitischen Agenda von Karlsruhe. “Einer unserer wichtigsten Bausteine ist die Präventivarbeit,” erläutert Rexhäuser.

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