Luftsicherheitskontrollen kaum für Verspätungen verantwortlich

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Wünscht sich mehr Verantwortungsübernahme durch die Flughafenbetreiber im Bereich der Luftsicherheitskontrollen: Dr. Dieter Romann, Präsident des Bundespolizeipräsidiums. (Foto: BS/Feldmann)

Kommt es an deutschen Verkehrsflughäfen zu Verspätungen oder Ausfällen ist das nur in den seltensten Fällen auf die Luftsicherheitskontrollen zurückzuführen. Sie seien nur in 2,1 Prozent aller Fälle der Grund für Verzögerungen und Annullierungen. Und in diesem Anteil seien sogar noch Polizei- und Zollkontrollen inkludiert.

Das erklärte der Präsident der Bundespolizei, Dr. Dieter Romann. Zudem machte er deutlich, dass er es begrüßen würde, wenn die Flughafenbetreiber im Bereich der Luftsicherheitskontrollen mehr Verantwortung übernehmen würden. Gleichzeitig unterstrich er auf den Luftsicherheitskontrolltagen in Potsdam jedoch auch, dass die Fachaufsicht, die Abnahme und Zertifizierung der Kontrolltechnik sowie der bewaffnete Schutz der Kontrollstellen zwingend Aufgabe der Bundespolizei bleiben müssten. Aus diesem Grunde werde seine Behörde auch weiterhin massiv in Kontrolltechnik investieren.

Romann kündigte des Weiteren an, dass die Bundespolizei in absehbarer Zeit nach der Zahl der Kontrollvorgängen mit den privaten Dienstleistern abrechnen werde. Bisher ist die Anzahl der Kontrollstunden maßgeblich.  

Es geht nur gemeinsam

Die für Bundespolizeiangelegenheiten zuständige Abteilungsleiterin im Bundesinnenministerium (BMI), Dr. Dagmar Busch, wiederum unterstrich, dass auch in Deutschland die Handgepäckkontrolle mittelfristig mithilfe sogenannter CT-Technik erfolgen werde. Momentan biete die Technik aber noch keinen ausreichenden Mehrwert an Sicherheit, um einen Umstieg zu rechtfertigen.

Mit Blick auf Luftsicherheitskontrollen und die Rolle der Bundespolizei konstatierte Busch: “Die Hauptaufgabe der Bundespolizei im Luftsicherheitsbereich ist die Herstellung größtmöglicher Sicherheit.” Dabei gehe Sicherheit eindeutig vor Bequemlichkeit. Insgesamt hielt sie fest: “Luftsicherheit kann nur gemeinsam gelingen.” Hier seien verschiedenste Akteure gefordert.

Der Präsident des Bundesverbandes der Luftsicherheitsunternehmen, Udo Hansen, schließlich plädierte gegen eine Rückkehr der Luftsicherheitskontrollen in staatliche Hand. Vielmehr gehe es um eine kontinuierliche Optimierung von Verfahren und Prozessen.Der Präsident des Bundesverbandes der Luftsicherheitsunternehmen, Udo Hansen, schließlich plädierte gegen eine Rückkehr der Luftsicherheitskontrollen in staatliche Hand. Vielmehr gehe es um eine kontinuierliche Optimierung von Verfahren und Prozessen.

Dr. Dagmar Busch, Abteilungsleiterin für Bundespolizeiangelegenheiten im Bundesinnenministerium (BMI), sieht Luftsicherheit als Gemeinschaftsaufgabe. (Foto: BS/Feldmann)


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