Auf Tuchfühlung mit dem Bürger

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Staatsministerin Dorothee Bär eröffnete den Digitalen Staat 2019 als Schirmherrin. Von dem Netzwerkkongress erhofft sie sich erneut einen Impuls für die Digitalisierung in der Verwaltung, sodass weiter Meilensteine wie die Einrichtung der Digitalisierungslabore auf den Weg gebracht werden können. (Foto: BS/Giessen)

Denkt man an den digitalen Staat, so denkt man meist zuerst an digitale Verwaltungsdienstleistungen. Insbesondere in dem Bereich könne und müsse die öffentliche Verwaltung zeigen, dass sie auch in der digitalen Welt leistungsfähig sein kann, so Dorothee Bär zur Eröffnung des Netzwerkkongress Digitaler Staat des Behörden Spiegel.

“Wir müssen zeigen, dass wir einen funktionierenden Staat haben, aber wir müssen auch entschlossen über den Status quo hinausgehen”, forderte die Staatsministerin im Bundeskanzleramt und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung vor über 1.000 interessierten Teilnehmern im ehemaligen Premierenkino Kosmos in Berlin. “Der Staat muss sich noch stärker als Dienstleister aufstellen”, so Bär weiter. “Langfristiges Ziel müsste es eigentlich sein, dass dem Bürger die Nutzung der Verwaltungsleistungen auch noch Spaß macht.” Online Anträge zu stellen, solle so leicht und intuitiv funktionieren, wie Bücher bestellen.

Eine der wichtigsten Maßnahmen seit ihrer Vereidigung vor rund einem Jahr, sei die Einrichtung der Digitalisierungslabore gewesen. Hier werden Konzepte für die Online-Umsetzung wichtiger Dienstleistungen im Tandem von Bundesressorts mit Länderministerien in interdisziplinären Teams erarbeitet. Die Maxime: Nah am Bürger. “Wir stellen dort nicht mehr Gesetze und Verordnungen in den Mittelpunkt, um Dienstleistungen darauf aufzusetzen”, stellte Bär klar. “Wir gehen vom Bürger mit seinen Bedürfnissen aus.” Lösungen, wie sie aus Nutzersicht sein sollten, würden dann häufig auch Gesetzesanpassungen nötig machen. In Zukunft solle die Bürgerperspektive daher schon früh in den Regulierungsprozessen berücksichtigt werden, regte die Digitalisierungsbeauftragte an.

Besonders wichtig ist Bär, den Einstieg in digitale Dienste möglichst niederschwellig zu gestalten: “Wir müssen uns klar machen, dass für viele Bürger heute nicht “mobile first”, sondern schon längst “mobile only” gilt. Das müssen wir einpreisen.”

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