Vor der Umsetzung ist Überzeugungsarbeit zu leisten

0
1787
Hartmut Beuß, CIO im Wirtschaftsministerium NRW, fordert auf dem Digitalen Staat, Open Data als gemeinsame Aufgabe zu begreifen. (Foto: BS/Giessen)

“Digitalisierung ist die Pflicht, Open Government die Kür”, fasst Hartmut Beuß, CIO im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, die Situation zum Thema Open Data zusammen. Deshalb würden die knappen Verwaltungs-Ressourcen auch meist nur in den Pflichtteil gesteckt.

Aber: es müsse hier eine Verknüpfung geben, um beides zusammenzubringen fordert Beuß im Rahmen des Netzwerks “Digitaler Staat” des Behörden Spiegel. Auch eine andere Infrastruktur für Open Data sei sinnvoll, die dazu führt, dass sich Kommunen mit ihren Daten präsentieren können.  Geodaten beispielweise seien solche, an denen großes Interesse herrsche, so Beuß. Allerdings sei nicht jede Kommune in der Lage, ein eigenes Portal zu schaffen. Hier sieht der CIO den Bund in der Pflicht. Bis dieser aushilft bei der Umsetzung sei aber noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, aus der auch die Landes- und die kommunale Ebene nicht ausgenommen ist. Dort stelle sich oft das Problem, dass eine Stelle nicht wüsste, welche Daten die anderen sammeln und bereitstellen. “Wir wissen gar nicht, was wir an Datenschätzen haben, da müssen wir auch ebenenübergreifend arbeiten”, bemängelt Beuß.

Mit Blick auf die Nutzergruppen kritisiert er, dass die Politik viele Chancen verspiele, wenn sie keine Expertise von außen zulasse. Dem pflichtet Dirk Blauhut von der Stabstelle Digitalisierung der Stadt Köln bei und betont, dass die Metropole am Rhein die Veröffentlichung aller relevanter Daten als kulturelle Selbstverständlichkeit ansieht. 2012 gab es in Köln einen Ratsbeschluss zu Open Data. Im Vorfeld hatte eine “Community” Techniken genutzt, die der Stadt vorher nicht bekannt waren, um Informationen aus dem Ratsinformationssystem zu ziehen, erläutert Blauhut. Daraus sei eine Zusammenarbeit entstanden und Köln entwickelte ein eigenes Open Data-Portal. Auf diesem können die verschiedenen Nutzer ebenfalls vorstellen, wie sie die Daten nutzen. “Daten werden erst dann wertvoll, wenn sie kombiniert werden. Open Data als proaktives Zugehen auf die Bevölkerung muss nicht zum Crash führen”, so Blauhut.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here