Anforderungen an KI formuliert

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Von Künstlicher Intelligenz versprechen sich Wirtschaft und Verwaltung große Vorteile bei der Bewältigung von Aufgaben und ganz neue Geschäftsmodelle. Noch beschäftigen Politik, Forschung und Datenschützer sich mit den dafür notwendigen rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen. (Foto: freshidea, https://stock.adobe.com/de/ )

Die Datenschutzkonferenz hat in ihrer “Hambacher Erklärung” Anforderungen an den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) definiert.  Gleichzeitig hat die EU-Kommission Empfehlungen für Ethik-Regeln vorgelegt. Nach einer Pilotphase sollen Gesetzesvorschläge folgen.

Mit ihrer “Hambacher Erklärung” lehnt sich das Gremium aus dem Bundes- sowie den 16 Landesdatenschutzbeauftragten bewusst an die auf dem Hambacher Fest 1832 erhobenen Forderungen nach Demokratie und Freiheit an. KI müsse den Grundrechten des Menschen dienen, so das Ergebnis des Treffens auf dem Hambacher Schloss. “Die Menschenwürde und das in ihr verankerte Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung müssen auch bei der Nutzung solcher Systeme Maßstab unseres Handelns bleiben”, fasst der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber zusammen.

Konkret sind ein hohes Maß an Transparenz und Nachvollziehbarkeit maschinengesteuerter Entscheidungen gefordert. Verantwortlichkeiten müssten klar zugeordnet und Diskriminierung durch undurchsichtige Algorithmen verhindert werden. KI dürfe Menschen nicht zum Objekt machen. Das Eingreifen einer Person und die Anfechtung der maschinell getroffenen Entscheidungen müsse stets möglich sein.

EU-Kommission pilotiert Ethik-Regeln

Auch die Empfehlungen der EU-Kommission rücken die menschliche Autonomie in den Mittelpunkt. Algorithmen müssten zuverlässig und robust arbeiten. Die Ergebnisfindung müsse nachverfolgbar sein. Sobald KI selbstständig Entscheidungen treffe, seien Verantwortlichkeit und Rechenschaftspflichten klar zu definieren. Bürger sollen volle Kontrolle über die Nutzung ihrer persönlichen Daten haben. Nun sollen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Behörden die Richtlinien bis 2020 in der Praxis testen und anhand von Beurteilungslisten ihre Erfahrungen festhalten. Anschließend sollen nächste Schritte geplant und ggf. gesetzliche Regulierung vorgeschlagen werden.

Die Pilotierung steht im Kontext der KI-Strategie der EU-Kommission. Bis Ende 2020 sollen mindesten 20 Milliarden Euro aus privaten und öffentlichen Mitteln bereitgestellt werden. Davon kommen 1,5 Milliarden von der Kommission selbst. Bis Herbst dieses Jahres sollen Netzwerke zur KI-Forschung etabliert werden. Außerdem ein gemeinsames Modell für den Austausch von Daten unter den EU-Mitgliedstaaten entwickelt werden.

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