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Hessische Großrechner berechnen Thüringer Steuerbescheide

Das Land Thüringen hat im Februar und März die Berechnung seiner Steuerbescheide in das Rechenzentrum des Nachbarlandes Hessen verlegt. Bislang hatte Thüringen die Steuerverfahren selbst im heimischen Landesrechenzentrum (TLRZ) in Erfurt durchgeführt. Ab sofort erfolgt die Verarbeitung nun aus der Hessischen Zentrale für Datenverarbeitung (HZD). Auch das Bezügeabrechnungsverfahren für die Mitarbeiter der Thüringer Landesverwaltung wird jetzt an den Standorten der HZD in Wiesbaden und Mainz betrieben. Grundlage der IT-Kooperation bildet eine Vereinbarung, die die beiden Finanzminister im vergangenen Sommer unterzeichneten. 

In einem gemeinsamen Statement erklärten die Thüringer Finanzministerin Heike Taubert und Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer zu der Kooperation: “Die gute Zusammenarbeit unserer Steuerverwaltungen seit der Wiedervereinigung hat Tradition und wird nun im IT-Bereich erweitert: Fast alle steuerlichen Verfahren, die für die tägliche Arbeit in den Thüringer Finanzämtern erforderlich sind, liegen ab sofort auf Servern und Großrechnern des Landes Hessen. Die Zusammenarbeit der IT-Rechenzentren beider Länder ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie gelungene IT-Kooperation unter den Ländern ausschauen kann. Was für viele Bundesländer noch ein Modell der Zukunft ist, ist bei uns bereits Gegenwart.”

Kooperation ein “konsequenter Schritt”

Für die thüringische Finanzministerin Taubert sei es vor allem wichtig, “durch Spezialisierung und Bündelung von Aufgaben arbeitsteilig vorzugehen, um die wachsenden Anforderungen an den steuerlichen IT-Betrieb mit überschaubarem Ressourcenaufwand bewältigen zu können.” Durch die gemeinsame Nutzung von Rechenzentren seien erhebliche Einsparungspotentiale realisierbar. “Es freut mich sehr, dass es bei der Übertragung keine Probleme gab und der ambitionierte Zeitplan trotz der hohen Anforderungen an die Stabilität und Sicherheit der Verfahren eingehalten werden konnte”, so Taubert.

Hessens Finanzminister Schäfer sieht das gemeinschaftliche Vorgehen als konsequenten Schritt. Da die Steuergesetze aus dem Bund für alle Länder sowieso gleich geregelt seien, sei eine Zusammenarbeit von den Rechenzentren der Bundesländer “nur die logische Weiterentwicklung der arbeitsteiligen Zusammenarbeit.” Gleichzeitig betonte er, es brauche “noch mehr Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Digitalisierung zwischen den Bundesländern. Nur so können wir Ressourcen bündeln und gemeinsam die Chancen der modernen IT für die Menschen in Deutschland nutzbar machen.”

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