Symposium der 33. AFCEA-Fachausstellung

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Prof. Dr. Peter Martini: "Die Digitalisierung hat gerade erst begonnen."

Der Leiter der AFCEA-Ausstellung, Oberst a.D. Friedrich W. Benz, blickte bei deren Eröffnung auf die Anfänge dieser “olivgrünen CeBIT” zurück, als gerade einmal 14 Aussteller in die Stadthalle von Bad Godesberg kamen. Jetzt seien 165 Aussteller im Maritim Hotel Bonn, das aus allen Nähten platze. Deshalb werde diese IT-Messe ab dem kommenden Jahr im WCCB stattfinden, das über rund doppelt so viel Platz verfüge.

Erster Referent war Oberst i.G. Frank Pieper, neuer Chief Digital Officer (CDO) Heer im Kommando Heer in Strausberg, der zum Thema “Digitalisierung Landbasierter Operationen” (D-LBO) vortrug. In der Dimension “Land” seien alle militärischen Organisationsbereiche eingebunden – außer den Seestreitkräften. Bei D-LBO handele es sich “um das komplexeste Projekt der nahen Zukunft”, so der Stabsoffizier. Immerhin würden dafür ausreichende Geldmittel bereitgestellt.

Das Kommando Heer erfahre dabei sowohl “Druck von oben” durch das Ministerium (BMVg) als auch “Druck von unten” durch das Koblenzer Beschaffungsamt (BAAINBw). Dies müsse das Kommando ausbalancieren.

Die D-LBO könne nicht allein mit militärischem Personal bewältigt werden. Auch die Industrie müsse frühzeitig in das Projekt eingebunden werden, so Oberst Pieper.

In der anschließenden Diskussion appellierte Brigadegeneral Michael Hauschild, Abteilungsleiter Informationstechnik im BAAINBw, an alle Beteiligten: “Alle müssen sagen, was sie nicht (!) wollen, weil wir Prioritäten brauchen. Für alle Vorhaben reichen die Ressourcen nicht.”

Der Leitende Wissenschaftliche Direktor Dr. Olaf Theiler, Referatsleiter Zukunftsanalyse im Planungsamt der Bundeswehr (PlgABw) in Berlin, wagte folgende düstere Prognose: “Das Ende des langen Friedens ist nah.” Anders als während des Kalten Krieges existierten “keine Spielregeln mehr” in der internationalen Politik.

Das “Future Operating Environment” (FOE), das für die nächsten etwa 15 Jahre abgeschätzt werden solle, müsse heruntergebrochen werden bis auf ganz konkrete Bedarfe künftiger Rüstungsvorhaben, so Dr. Theiler.

Bonn solle das “Herz der operativen Cyber-Sicherheit in Europa” werden, sagte Prof. Dr. Peter Martini, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE sowie Ordinarius an der Universität Bonn, in seiner Eigenschaft als stellvertretender Vorsitzender des “Cyber Security Clusters Bonn”. Zusammenarbeit sei dabei das A und O. Die gebe es auch und gerade mit der Bundeswehr. So unterzeichneten das FKIE und das Kommando Cyber- und Informationsraum (CIR) im vergangenen November einen Kooperationsvertrag. Ein Fregattenkapitän halte regelmäßig Vorlesungen an der Universität Bonn zum Thema “Cyber” u.v.m.

Per Videobotschaft sprach auch der Cluster-Vorsitzende Dirk Backofen zum Auditorium. Dabei verwies dieser auf die Dimension der Gefährdungen mit einem Beispiel aus seinem eigenen beruflichen Umfeld – er ist Leiter der Telekom Security –, wonach täglich rund 24 Millionen Angriffe allein auf die weltweiten Telekomnetze stattfänden.

Am Rande des Symposiums begrüßte Brigadegeneral Armin Fleischmann, Vorsitzender AFCEA Bonn, eine Abordnung des Konrad-Adenauer-Gymnasiums aus Meckenheim als die “IT-Experten der Zukunft.”. 00

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