Die Digitalisierung für besseren Schutz der Umwelt nutzen

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Die Umwelt ist ein fragiles Gebilde. Der Digitale Wandel kann dabei helfen, sie besser zu schützen. Doch die notwendigen Fähigkeiten sucht man mitunter vergebens – selbst in wichtigen Forschungseinrichtungen. (Foto: ejaugsberg, pixabay.com)

Der von der Bundesregierung eingerichtete Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat sein neues Gutachten “Unsere gemeinsame digitale Zukunft” über die Zusammenhänge zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit in Berlin an Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Bundesumweltministerin Svenja Schulze übergeben. In dem Gutachten sieht die Forschungsgruppe die Menschheit bedingt durch die Digitalisierung an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter, das sie das “digitale Anthropozän” nennen.

Beispielsweise könnten laut der Studie neue Technologien eingesetzt werden, um den Verbrauch von Umweltgütern besser zu bepreisen. Intelligente Energienetze und neue Mobilitätsideen könnten die Energiewende weiter vorantreiben.

Dafür ist laut Gutachten in Ministerien, Parlamenten, Stadtverwaltungen, Nichtregierungsorganisationen und Forschungsinstituten dringend mehr digitales Know-How erforderlich. “Gelingt dies nicht, werden sich technologie- und kurzfristig orientierte Eigendynamiken durchsetzen”, warnen die Gutachter.

Die digitale Zukunft aktiv gestalten

Aktuell würde der Digitale Wandel vor allem durch “mächtige, insbesondere private, aber auch staatliche Akteure” geprägt. Dies führe zu Phänomenen wie Fake News oder der aktuellen Erosion von Glaubwürdigkeit, schreiben die Experten

Stattdessen seien Politik und Gesellschaft gefragt, aktiv vorauszudenken, “etwa über den absehbaren radikalen Strukturwandel auf den Arbeitsmärkten oder die ethischen Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz”. Es brauche mehr belastbares Wissen über die Wirkungen digitaler Technologien.

Um die Digitalisierung aktiv gestalten zu können, forderte der WBGU die Bundesregierung auf, sich während der EU-Ratspräsidentschaft Jahr 2020 für ein eigenes europäisches Digitalisierungsmodell einzusetzen. Dabei müssten Nachhaltigkeit, faire Produktionsbedingungen, Privatheit und Cybersicherheit im Mittelpunkt stehen. Sie kündigte an, genau dies zu tun und ihr Haus zu einem digitalen Vorreiter zu machen: “Derzeit entwickeln wir eine umweltpolitische Digitalagenda und ein Förderprogramm für KI-Anwendungen für Umwelt- und Klimaschutz.”

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