Zweitgrößter aktiver Darknet-Marktplatz ausgehoben

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Globaler Handel mit illegalen Waren über das Darknet wird drei Männern deutscher Staatsangehörigkeit vorgeworfen. Im großen Stil hätten diese Bargeldbeträge in Höhe von über 500.000 Euro, Kryptowährungen in ähnlicher Summe sowie mehrere Luxusautos durch die Gewinne des Darknet-Markplatzes verbrecherisch erwirtschaftet. (Foto: TheDigitalArtist, pixabay.com)

Das Bundeskriminalamt (BKA) war Teil einer internationalen Ermittlungseinheit, die im April den weltweit zweitgrößten Marktplatz für Drogen, Waffen und weitere, größtenteils illegale Waren im Darknet ausheben konnte. Dabei wurden die Verantwortlichen von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und dem BKA festgenommen und ihre Wohnungen durchsucht.

Die drei Männer deutscher Staatsangehörigkeit seien laut einer BKA-Meldung “dringend verdächtig, den ausschließlich über das sogenannte Darknet zugänglichen illegalen Online-Marktplatz “WALL STREET MARKET” gemeinsam und arbeitsteilig betrieben zu haben.” Im Zuge der Razzia konnte die gesamte Serverinfrastruktur der kriminellen Plattform durch Beamte des Bundeskriminalamts sichergestellt werden.

Internationale Ermittlungen

Um auf die drei Männer im Alter von 22, 29 und 31 Jahren zu kommen, mussten aufwändige, international konzertierte verdeckte Ermittlungen durchgeführt werden, an denen amerikanische und niederländische Strafverfolgungsbehörden sowie die europäische Polizeibehörde Europol beteiligt waren. Seit März 2019 richteten sich die Ermittlungen explizit gegen die drei deutschen Staatsangehörigen, die als Tatverdächtige identifiziert werden konnten. Nachdem diese im April eine Operation zum Ausrauben der Marktplatznutzer (sog. “Exit-Scam”) starteten, erfolgten umfangreiche operative Maßnahmen der Cyber-Spezialisten des BKA. Im Rahmen anschließender Wohnungsdurchsuchungen konnten u.a. Bargeldbeträge in Höhe von über 500.000 Euro, Kryptowährungen in ähnlicher Höhe sowie mehrere Luxusautos und weitere Beweismittel wie Computer und Datenträger sichergestellt werden. Bei dem 22-jährigen Tatverdächtigen wurde zudem eine Schusswaffe sichergestellt.

Auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main wurde von der zuständigen Haftrichterin Untersuchungshaft wegen “gewerbsmäßiger Verschaffung einer Gelegenheit zur unbefugten Abgabe von Betäubungsmitteln” gegen alle drei mutmaßlichen Täter angeordnet.


Nach der Beschlagnahmung der Server des illegalen Online-Marktplatzes “Wall Street Market” wurde von den Behörden dieses Sicherstellungsbanner auf der Seite platziert. (Foto: Bundeskriminalamt)

Globaler Handel illegaler Waren

Der Marktplatz “Wall Street Market” war laut BKA die weltweit zweitgrößte kriminelle Handelsplattform im Internet. Auf dem Marktplatz wurden hauptsächlich illegale Waren wie Drogen, aber auch ausgespähte Daten, gefälschte Dokumente und Schadsoftware gehandelt.

Die illegale Handelsplattform war ausschließlich über das TOR-Netzwerk im Darknet zugänglich. Zum Zeitpunkt der Stilllegung waren im “Wall Street Market” über 63.000 Verkaufsangebote eingestellt sowie über 1.150.000 Kundenkonten und über 5.400 Verkäufer angemeldet.

Für die Bezahlung verwendeten die Nutzer die Kryptowährungen BITCOIN und MONERO. Die mutmaßlichen Betreiber des digitalen Marktplatzes sollen für die Abwicklung der über die Plattform erfolgten Verkäufe Provisionszahlungen in Höhe von 2 bis 6 Prozent des Verkaufswertes erhalten haben.

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