Nachhaltige Digitalisierung gefordert

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Die Potenziale der Digitalisierung für den Klima- und Umweltschutz nutzen; das forciert das BMU mit einer umweltpolitischen Digitalagenda. (Foto: quicksandala, pixabay.com)

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat ein Eckpunktepapier für eine umwelt-, klima- und naturgerechte Digitalisierung präsentiert. Die enthaltenen konkreten Vorschläge und Ideen bilden die Grundlage für den weiteren Diskurs mit Anwendern, Entwicklern und Nutzern, aus dem das Ministerium bis Ende des Jahres eine “umweltpolitische Digitalagenda” erarbeiten will.

Schulze fordert: “Wenn wir die Digitalisierung unverändert fortsetzen, wird sie zum Brandbeschleuniger für die ökologischen und sozialen Krisen unseres Planeten. Wir brauchen eine Trendwende. Digitalisierung braucht Regeln, dann kann sie zum Chancentreiber von Wohlstand, Gerechtigkeit und Umwelt werden. Jedem Algorithmus muss Umweltschutz eingepflanzt werden. Dazu brauchen wir einen Ordnungs- und Handlungsrahmen.”

Um die Digitalisierungspotenziale etwa bei der Planung von Strom- oder Verkehrsnetzen zu nutzen, soll im Rahmen des Kilmaschutz-Maßnahmenprogramms 2030 ein “Digital Innovation Hub for the Climate” aufgebaut werden. Dieser soll der Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sowie der Unterstützung von Start-Ups dienen. Ein “Monitoringzentrum Biodiversität” soll künftig Entscheidungen vorbereiten sowie Umweltdaten sammeln und transparent allen Interessierten zur Verfügung stellen. Vollzugsbehörden sollen digital gestärkt werden, um eine bessere Einhaltung von Umweltrecht zu gewährleisten.

50 Projekte der Künstlichen Intelligenz sollen zeigen, wie man KI auf Umwelt- und Naturschutz programmieren kann. Zudem soll ein Kompetenznetzwerk “KI und Nachhaltigkeit” aufgebaut werden, um Leuchtturmprojekte auch in Gesellschaft und Wirtschaft zu tragen. Darüber hinaus soll die Blockchain-Technologie dazu beitragen, durch Rückverfolgung von Rohstoffen und seltenen Erden von der Gewinnung bis zum Recycling, unternehmerische Verantwortung für nachhaltiges Wirtschaftshandeln zu schaffen. Schließlich arbeitet das Ministerium auch daran, seine eigenen Digitalisierungskompetenzen auszubauen und eine “Modernisierungsagenda BMU” umzusetzen.

“Die nachhaltige Digitalisierung muss zu einem Markenprodukt Europas werden. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass eine solche Strategie nicht nur der Umwelt nützt, sondern durch Innovationen auch neue industriepolitische Impulse setzt”, betont Schulze mit Blick auf europaweite, gemeinsame Maßnahmen für eine nachhaltige Digitalisierung.

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