NRW zum digitalen Gründerland machen

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Das Land Nordrhein-Westfalen will mehr Start-ups davon überzeugen, sich im deutschen Westen anzusiedeln. Zwar ist man aktuell noch nicht besonders weit vorne, es gibt aber eine breite Palette an Förderinitiativen, die das Land für junge Unternehmen attraktiv machen sollen. (Foto: Free-Photos, pixabay.com)

Nordrhein-Westfalen sieht sich bei der Attraktivität seines Standortes für Start-ups auf einem guten Weg. Laut den Ergebnissen des ersten Nordrhein-Westfalen Start-up Monitors (NRWSM) habe sich das Land in den letzten Jahren “zu einem der aktivsten und attraktivsten Gründungsstandorte Deutschlands” entwickelt. Hier entstehen innovative Technologien von denen insbesondere Geschäftskunden profitieren. Der Start-up Monitor wurde vom nordrhein-westfälischen Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart gemeinsam mit Florian Nöll, Vorstandsvorsitzender beim Bundesverband Deutsche Startups e.V., in Düsseldorf vorgestellt.


Die wichtigsten Ergebnisse fasste das Ministerium in sechs Schlagpunkten zusammen. So sei NRW Heimat für ein aktives Start-up-Ökosystem. An Ausgründungen aus Universitäten gebe es allerdings noch Potenzial nach oben. Dieses will das Land heben, indem es in den nächsten fünf Jahren insgesamt sechs universitäre “Exzellenz Start-up Center” mit 150 Millionen Euro fördert. Geld ist allgemein ein Faktor, der in NRW oft knapp ist. So gebe es Aufholbedarf bei der Kapitalausstattung, denn die Start-ups in Nordrhein-Westfalen verfügten über vergleichsweise geringe externe Kapitalmöglichkeiten. Darum sollen die Wagniskapital-Investitionen in Start-ups bis 2022 auf eine halbe Milliarde Euro anwachsen. Zudem gebe es noch einiges Ausbaupotenzial bei den Gründerinnen, die in NRW nur knapp 11 Prozent ausmachen. Hier seien Instrumente wie das Gründerstipendium wirksame Hilfsmittel. Dort liegt der Anteil weiblicher Gründer bereits bei knapp 20 Prozent.

Positiv hervor tut sich das Land dagegen bei der Schlüsseltechnologie der Künstlichen Intelligenz (KI), wo man bundesweit einen der Spitzenplätze belegt. So hat für mehr als 20 Prozent aller Start-ups die KI einen großen Einfluss auf das Geschäftsmodell. Zudem sind die Unternehmen vornehmlich auf B2B ausgelegt, also den Handel mit Firmenkunden. Fast drei Viertel aller Unternehmen arbeiten in NRW nach diesem Prinzip, wobei sie laut der Studie von der regionalen Vernetzung und der Dichte an etablierten Unternehmen profitieren.

Hürden der Verwaltung abbauen

Der Minister sieht die Ergebnisse als Ansporn für das Land, “den Weg in eine neue Gründerzeit weiterzugehen. Start-ups aus Nordrhein-Westfalen sind vernetzter, KI-orientierter, kooperieren intensiver mit der klassischen Industrie und beurteilen ihre Entwicklungschancen optimistischer als im bundesweiten Durchschnitt. Mit guten Rahmenbedingungen, einfachen Verfahren und unbürokratischen Stipendien wollen wir weiter daran arbeiten, Nordrhein-Westfalen zum bevorzugten Standort für dynamische Gründer zu machen.”

Der Start-up Monitor wird vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie gefördert und wurde in diesem Jahr zum ersten Mal vom Start-up-Verband herausgegeben. Die Studie basiert auf den Daten von insgesamt 295 nordrhein-westfälischen Start-ups mit 733 Gründern und insgesamt 1.975 Mitarbeitern, die im Rahmen der Befragung zum Deutschen Startup Monitor 2018 (DSM) im Mai 2018 ermittelt wurden.

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