Digitale Gesundheitsangebote bei Bürgern sehr gefragt

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Die manuelle Überwachung und Behandlung des Blutzuckerspiegels bei Diabetes würden rund zwei Drittel der Befragten gern smarten Anwendungen überlassen. (Foto: stevenpb/www.pixabay.com)

Die deutschen Bürger wünschen sich digitale Innovationen im Gesundheitssektor. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die der Digitalverband Bitkom veröffentlicht hat. Während sich knapp die Hälfte der mehr als 1.000 Befragten überzeugt zeigte, dass sich die Medizin in Zukunft mindestens teilweise in den digitalen Raum verlagern wird, sprechen sich noch mehr Menschen für konkrete digitale Gesundheitsangebote aus.

Besonders gefragt sind bei den Teilnehmern der repräsentativen Studie die elektronische Patiententakte und das digitale Rezept. Beide Angebote würden laut der Bitkom-Umfrage mehr als 60 Prozent der Befragten nutzen. Dabei ist die Bereitschaft bei den unter 30-jährigen mit rund 75 Prozent besonders hoch. Die Speicherung der Krankenhistorie in der digitalen Akte sehen die Menschen dabei als Standardfunktion an und denken schon darüber hinaus: So wünschen sich 98 Prozent der Befragten zusätzlich die Integration eines digitalen Impfpasses und 91 Prozent möchten einen digitalen Medikationsplan, bei dem automatisch mögliche Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten überprüft werden. Auch für die Integration von Daten aus Apps oder medizinischen Geräten interessieren sich 80 Prozent der Befragten.

Smarte Medizin für ein besseres Leben

Digitale Lösungen auf Basis digitaler Anwendungen können zudem genutzt werden, um Risikopatienten bei der Prävention von möglichen Krankheitsbildern zu unterstützen und bereits erkrankten Menschen entlastend beizustehen. So könnten laut Studie beispielsweise potentielle Diabetespatienten durch die Aufzeichnung bestimmter Vitaldaten sowie die Vernetzung mit anderen Betroffenen und einem persönlichen Coach durch frühzeitig mögliche Anpassungen im Lebensstil eine Reduzierung des Risikos bewirken, eine Diabeteserkrankung zu entwickeln. An einem solchen Angebot ist immerhin noch jeder Zweite Befragte interessiert. Ist die Krankheit hingegen bereits ausgebrochen, gibt es ebenso Möglichkeiten, den Blutzuckerspiegel mithilfe smarter Geräte zu überwachen und die Dosierung von Insulin automatisch durchzuführen. Für eine solche unterstützende digitale Möglichkeit der Diabetesbehandlung sprechen sich rund zwei Drittel der Befragten im hypothetischen Fall einer persönlichen Erkrankung aus. Für Bitkom-Präsident Achim Berg bieten solche digitalen Angebote im Gesundheitssektor “enorme Vorteile und eröffnen neue Möglichkeiten für mehr Lebensqualität und eine leistungsfähigere medizinische Versorgung.” Zudem bereite die Digitalisierung “den Weg, um Menschen in Zukunft präziser und erfolgreicher zu behandeln, Nebenwirkungen zu reduzieren oder auch Risiken früher zu erkennen”.

Datenschutz als zentrales Element

Während Apps zur Überwachung von z.B. Fitness-, Gewichts- oder Herzwerten bereits heute bei etwa zwei Dritteln der Befragten verbreitet sind, führt die verstärkte Digitalisierung der Medizin allerdings zwangsläufig dazu, dass Patienten immer gläserner werden. Daher ist den Befragten der Studie dementsprechend ein hoher Grad an Schutz ihrer Daten sowie die Hoheit darüber besonders wichtig. So erwarten mehr als 60 Prozent, dass die Datenhoheit auch in Zukunft weiterhin beim Patienten liegen wird, während fast genauso viele Befragte sich für ein Höchstmaß an Datenschutz und Datensicherheit in allen Bereichen der digitalen Medizin aussprechen.

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