Wohnraummangel ist größte Herausforderung für Städte

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Wohnungsbau und die Schaffung bezahlbaren Wohnraums haben für 66 Prozent der Befragten aktuell die höchste Priorität in der eigenen Stadt. (Foto: MichaelGaida/www.pixabay.com)

Das “OB-Barometer 2019” des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) zeigt eine deutliche Trendverschiebung in kommunalen Handlungsfeldern. Während im Vorjahr noch das Thema Integration den ersten Platz belegte, ist es nun auf Platz sechs der gelisteten Themen gerutscht. Ganz oben auf der Agenda der Städte steht in diesem Jahr die Schaffung bezahlbaren Wohnraums.

“Ein Existenzbedürfnis wie Wohnen sollte nicht Spitzenreiter unter den drängendsten Herausforderungen deutscher Städte sein. Die Städte benötigen dringend Unterstützung durch die Länder und den Bund, die für Mietrecht, Wohngeld und sozialen Wohnungsbau zuständig sind. Dass der Markt es nicht allein richtet, dürfte inzwischen allen klar sein.”, so Difu-Institutsleiter Prof. Dr. Carsten Kühl zu den Ergebnissen des OB-Barometer. Die Befragung bezieht die (Ober-) Bürgermeister/innen großer deutscher Städte ab 50.000 Einwohnern ein, gefragt wird nach aktuellen und künftigen Aufgabenschwerpunkten.

Auch für die zwei weiteren Top-Themen Mobilität und Digitalisierung erwarten die Stadtspitzen laut Barometer mehr Unterstützung durch Bund, Länder und die EU. “Beim Thema Mobilität fordern 70 Prozent der Stadtspitzen bessere Rahmenbedingungen von Bund und Ländern. Die Städte stärken den ÖPNV, bauen Rad- und Fußwege aus, fördern die digitale Information der Fahrgäste und erproben vernetzte Verkehrsangebote. Aber wir brauchen ein Gesamtkonzept des Bundes für nachhaltige Mobilität. Dazu muss eine Investitionsoffensive von Bund und Ländern gehören”, betont Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages.

Als wichtigstes künftiges Thema nennen die Befragten die Digitalisierung, mit den Unterthemen Breitbandausbau, E-Government und Smart City. “Die Stadtspitzen wissen, dass die Digitalisierung zunehmend alle Lebensbereiche und damit auch kommunale Aufgabenfelder durchdringt. Damit ist die Herausforderung verbunden, die neuen IT-Technologien aktiv zur Gestaltung lebenswerter und nachhaltiger Städte einzusetzen”, so Difu-Geschäftsführer Dr. Busso Grabow. Es gibt allerdings regionale Unterschiede bei der Einschätzung der Dringlichkeit von Handlungsfeldern. Während süddeutsche Städte den Themen Wohnen und Mobilität die höchste Brisanz beimessen, leiden westdeutsche Städte vielfach unter ihrer schwierigen Finanzsituation. Ostdeutsche Städte sehen vor allem bei Arbeitsplätzen und der Infrastruktur großen Handlungsbedarf.

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