Gemeinsames Vorgehen zwingend erforderlich

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Verlangt im Bereich der Cyber-Abwehr eine enge Kooperation zwischen staatlichen und privaten Akteuren: Dr. Ole Diehl, Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes (BND). (Foto:BS/Feldmann)

Cyber-Angriffe haben sowohl quantitativ als auch qualitativ im Zeitverlauf deutlich zugenommen. Die Angriffsfläche für solche Attacken, die von verschiedensten Akteuren durchgeführt werden, wird immer größer. Außerdem weist Schadsoftware eine bessere Qualität als früher auf und ist leichter verfügbar.

Davor warnt Dr. Ole Diehl, Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes (BND). Für die Zukunft prognostiziert er, dass die größte Gefahr im digitalen Raum mittelfristig weiter von staatlichen Akteuren, darunter insbesondere ausländische Nachrichtendienste, ausgehen werde. Motiviert würden sie durch den Wunsch nach Machtausbau, politischer Beeinflussung und dem Ausbau der eigenen Wirtschaft. Diehl meint: “Eine wirkungsvolle Cyber-Abwehr kann nur funktionieren, wenn Staat und Unternehmen verlässliche Partner sind.” Von den Firmen verlangt er, auch einen Beitrag zum Wirtschaftsschutz zu leisten. Dies gelinge vor allem durch eine enge Kooperation mit den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), so der BND-Vizepräsident.

Dr. Burkhard Even, Abteilungsleiter für Spionageabwehr im Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), warnt vor einer immer stärkeren Mobilisierung von Extremisten im digitalen Raum. (Fotos: BS/Feldmann)

Dr. Burkhard Even, Leiter der Spionageabwehrabteilung im Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), zeigte sich alarmiert, als er betonte: “Extremistische Gruppierungen mobilisieren sich zunehmend digital.” Damit einher gingen kürzere Reaktionszeiten der BOS. Zudem seien Cyber-Attacken äußerst risikoarm durchzuführen und böten ausländischen Nachrichtendiensten ein großes Potenzial, ihre Urheberschaft bei Entdeckung abzustreiten. Außerdem erläuterte er, dass die Digitalisierung Spionage und deren Abwehr komplexer gemacht habe. Denn: “Cyber- und Realwelt sind inzwischen untrennbar miteinander verbunden.” Des Weiteren sei der Übergang zwischen Cyber-Spionage und -Sabotage immer fließender. Gleichgeblieben sei aber, dass der Mensch bei der Spionage weiter das schwächste Glied der Kette sei. Und das sowohl im analogen als auch im digitalen Raum.

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