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Mehr Bürokratie wahrgenommen statt weniger

Spätestens der Nationale Normenkontrollrat (NKR) legt mit seinen jährlichen Berichten den Finger in die Wunde des bürokratischen Deutschlands und kritisiert den zu langsam vonstatten gehenden Bürokratieabbau bzw. die Bürokratieentlastung. Einblicke in die wahrgenommene Bürokratiebelastung in Unternehmen zeigen die Zwischenergebnisse einer neuen Studie. Um den bürokratischen Aufwand zu reduzieren, solle vor allem die Digitalisierung helfen.

Bei den Untersuchungen vom Institut für Mittelstandsforschung in Bonn, wie Bürokratie von den Unternehmen wahrgenommen wird, zeigte sich bei den Zwischenergebnissen, dass die Unternehmen die Belastung als unverändert hoch wahrnehmen würden. Aber: Es bestünde eine Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung und der wirklich messbaren bürokratischen Belastung.

Dies sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass die bürokratisch verdrossenen Mitarbeiter in den Unternehmen ein anderes Verständnis von Bürokratie mit sich brächten, als die unverdrossenen oder gar die pragmatischen Mitarbeiter. Denn: Bürokratie im engeren Sinne sind die Informationspflichten an die Behörden durch Formulare. Aber bei den kritischen, verdrossenen Mitarbeitern umfasse dies einen weitgefassteren Begriff, unter welchen auch weitere Regulierungen fallen würden, wie die Vorgaben der Berufsgenossenschaften oder gar der Lieferanten. Diese hätten jedoch nichts mit den reinen Informationspflichten der Verwaltung gemein. Ein Drittel der Unternehmen würden dazu neigen, bürokratische Erfordernisse nicht zu erfüllen. Sei es aus Unsicherheit, Unwissenheit oder aus bewusster Entscheidung.


Einmaligen Umstellungsaufwand beachten

In diesem Zusammenhang äußerte sich ein Teilnehmer* auf der Veranstaltung “Mehr Dialog für weniger Bürokratie” vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI): “Die Bundesregierung macht sich bezüglich der Bürokratieentlastung viel Mühe.” Aber er kritisierte ebenso, dass sie auch mehr Selbstkritik an den Tag lege müsste, um eine Bürokratieentlastung voranzutreiben. Vor allem der Umstellungsaufwand sei im vergangenen Jahr mit fünf Milliarden Euro in der deutschen Wirtschaft zu Buche geschlagen. Dies sei zu hoch gewesen und da müsse auch angesetzt werden und nicht nur beim Erfüllungsaufwand, welcher mit der “One-in-One-Out”-Regel abgedeckt werde. Er betonte aber auch, es brauche eben die Standards, die dem Schutz dienen würden. Er sehe deshalb vor allem in der Digitalisierung die Chance mittels Innovationen den bürokratischen Aufwand für alle zu verringern.

*Anmerkung d. Redaktion: Die Veranstaltung fiel unter die Chatham-House-Rule, wonach zwar die Inhalte und das gesprochene Wort verwendet werden dürfen. Aber weder die Identität noch die Zugehörigkeit eines der Sprecher oder sonstigen Anwesenden bekannt gegeben werden darf.

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