WTD 61 testet mit “Flare”-Täuschkörpern

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Der H145M beim Ausstoß der "Flares". (Foto: Bundeswehr, WTD 61)

Mitte April 2019 fanden auf dem Erprobungsgelände Feilenmoos der Wehrtechnischen Dienststelle für Luftfahrzeuge und Luftfahrtgerät der Bundeswehr (WTD 61) im oberbayerischen Manching Flugversuche mit “Flare”-Täuschkörpern statt.

Bei Einsätzen fliegen die Angehörigen des Kommandos Spezialkräfte (KSK) im Hubschrauber H145M “Light Utility Helicopter – Special Operation Forces” (LUH SOF) von Airbus Helicopters oftmals mit offenen Türen bzw. ganz ohne Türen.

Im Rahmen der industrieseitigen Waffenintegration der Maschinengewehre M134D “Gatling” bzw. MG6 hat die WTD 61 den Auftrag, zu untersuchen, ob der Waffenbediener beim “Flare”-Ausstoß während eines Fluges mit offenen Türen Wärmestrahlung, Rauchgas und Fragmenten ausgesetzt ist. Ergänzt wird die Untersuchung durch eine Prüfung des H145M auf gefährdende Rückstände auf der äußeren Zelle sowie im Innenraum nach einem “Flare”-Verschuss.

Im Vorfeld zu den Flugversuchen fanden bereits Ende 2017 ein Boden- und mehrere Flugversuche statt, bei denen Nachtsichtbrillen auf ihre “Flare”-Kompatibilität erprobt und ihre charakteristischen Eigenschaften auf eventuelle Beeinträchtigungen vermessen wurden.

Im Rahmen des aktuellen Flugversuchs für die Gefährdungsuntersuchung des Waffenbedieners wurden verschiedenste Flugmanöver mit dem Airbus-Hubschrauber durchgeführt. Geschwindigkeit und Flugrichtung variierten ebenso wie die Anzahl der ausgestoßenen “Flares” sowie die Seite des Ausstoßes.

Bei den Flugversuchen wurden die Waffenbediener durch zwei vollgelenkige und instrumentierte “Human Dummies” ersetzt, die an den realen Sitzpositionen fixiert waren. Die feuerfesten Anzüge der “Dummies” waren mit einer Vielzahl von Temperatursensoren ausgestattet, welche die thermische Belastung während des “Flare”-Verschusses an verschiedenen Körperstellen erfassten und aufzeichneten. Der Hubschrauber selbst war mit diversen Kameras sowohl im Innenraum als auch außen an der Zelle ausgestattet. Im Innenraum war Messtechnik zum Aufzeichnen der Rauchgasbelastung verbaut. Auch außen wurden an verschiedenen Stellen Temperaturmessstreifen befestigt.

Die Flugbahnen von Hubschrauber und “Flares” wurde von den KTH-Stationen (Kinotheodolithen) zur optischen Flugbahnvermessung bei großen, für die nachgeführte Messung zu rasch bewegten Hochzielen) der Dienststelle aufgezeichnet und der gesamte Versuch durch die WTD 61 filmisch dokumentiert. Derzeit erfolgt die Auswertung aller Messergebnisse.

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