Bürgerenergie wird ausgebremst

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Der gesamte Windkraftausbau stockt, im ersten Quartal 2019 hat er das tiefste Niveau in diesem Jahrtausend erreicht. (Foto: minyucui, pixabay.com)

Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) und die World Wind Energy Association (WWEA) haben die Studie “Bürgerwind im zweiten Jahr der Ausschreibungen: Viel Schatten, wenig Licht” zum Stand der Bürgerwindenergie in NRW und Deutschland vorgestellt. Darin wird gezeigt, dass der Bürgerwindsektor durch den Wechsel im Vergütungssystem zahlreichen existenziellen Herausforderungen ausgesetzt ist, da die Interessen der Bürgerenergie zu wenig berücksichtigt wurden.

“Das ist eine fatale Fehlentwicklung, da Bürgerenergie für die Akzeptanz der Energiewende eine zentrale Rolle spielt”, betont Jan Dobertin, Geschäftsführer des LEE NRW. Stefan Gsänger, WWEA-Generalsekretär, dazu: “Die neuesten Daten bestätigen die Befürchtung, dass der deutsche Windsektor sich nach Jahren des Aufschwungs nun in einer Krise befindet, mit gerade einmal 134 Megawatt an Neuinstallationen im ersten Quartal 2019 und mit drastisch unterzeichneten Ausschreibungsrunden. So wurde in den ersten beiden Runden nur 746 Megawatt an Zuschlägen erteilt, obwohl 1350 Megawatt ausgeschrieben waren. In NRW ist der Ausbau gar um 95 Prozent eingebrochen. Das ist eine alarmierende Situation.” Die Studie macht vor allem den misslungenen Wechsel zu risikobehafteten Ausschreibungen sowie restriktive Genehmigungsbedingungen als Ursachen aus.

Die Autoren fordern, dass die politischen und wirtschaftlichen Risiken für Bürgerenergie reduziert werden und die Unterstützung erhöht wird. Stefan Gsänger: “Die bürokratischen Hürden sollten nicht nur im Genehmigungsverfahren von Windparks, sondern auch für die Direktvermarktung von Strom aus Bürgerenergieanlagen sowie für Sektorenkopplungsansätze gesenkt werden. Gerade unter Berücksichtigung des neuerlichen Urteils des Europäischen Gerichtshofs, dass die Förderung Erneuerbarer Energien gemäß des alten EEG 2012 keine Staatsbeihilfen darstellen, sollte die Bundesregierung prüfen, ob nicht eine Rückkehr zu einem System ohne vorherige Ausschreibungen die sinnvollste Lösung wäre.”

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