DsiN stellt Schulungsangebot für Politiker vor

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Stellten den DsiN-Sicherheitsindex 2019 vor: v. l. Rita Hagl-Kehl (BMJV), Dr. Thomas Kremer (DsiN-Vorstandsvorsitzender), Dr. Michael Littger, Tobias Weber (DsiN-Geschäftsführer), Tobias Weber (Kantar) und Dr. David Stachon (Generali) (Foto: DsiN)

Der Deutschland sicher im Netz e. V. will Politiker von der Kommunalen bis zur Bundesebene zum sicheren Umgang mit digitalen Medien schulen. Das Projekt “Politiker sicher im Netz” (PolisiN) soll noch im Juni mit bundesweiten lokalen Schulungen starten.

Die Initiative ist auch eine Reaktion auf die Doxing-Sicherheitsvorfälle um den Jahreswechsel. Ein Schüler hatte Daten und Dokumente von fast 1.000 Politikern und Prominenten im Internet veröffentlicht. Ein Teil davon war durch Zugriff auf schlecht gesicherte digitale Nutzerkonten der Betroffenen gesammelt worden.

Verbraucheraufklärung mit dem BSI

Im Herbst dieses Jahres werde DsiN gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ein Handbuch für Verhaltensstandards in der Verbraucheraufklärung veröffentlichen. Diese “Cyber-Fibel” solle verständliche Anleitungen zum sicheren Umgang mit digitalen Diensten vermitteln. Damit werde der Bedarf nach Orientierungshilfen für Multiplikatoren gedeckt, so DsiN-Geschäftsführer Dr. Thomas Kremer.

Sicherheitsgefühl verbessert

Verbraucher fühlen sich im Netz wieder etwas sicherer als zuletzt. Das ergibt der ebenfalls vorgestellte DsiN-Sicherheitsindex 2019. Nachdem der Kennwert für das Sicherheitsgefühl von deutschen Verbrauchern im Internet drei Jahre in Folge gesunken war, ist er in diesem Jahr wieder leicht gestiegen.

Der Index liegt bei 62,3 Punkten, 2018 waren es 60,9. Ursache seien die gesunkene Zahl der wahrgenommenen Sicherheitsvorfälle sowie der Anstieg des individuellen Sicherheitswissen. Zur Vorstellung der Studie in Berlin sagte DsiN-Geschäftsführer Kremer: “Dieses Ergebnis zeigt: Wir müssen digitale Aufklärungsarbeit wirksamer gestalten. Es geht darum, Nutzer zur Umsetzung von bekannten Schutzvorkehrungen zu motivieren.”

Der Index unterscheidet verschiedene Verbrauchertypen. Einen hohen Wert und damit einen souveränen Umgang mit digitalen Diensten haben die “Antreibenden” (71 Punkte) und die “Bedachtsamen” Nutzer (73,3 Punkte). Die übrigen Gruppen haben dagegen größeren Unterstützungsbedarf: “Gutgläubige” mit 57,4, “Fatalisten” mit 52,7 und “Außenstehende” Nutzer mit 47,2 Indexpunkten. Diese drei Gruppen machen fast 60 Prozent der digitalen Gesellschaft aus. Dazu Rita Hagl-Kehl, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz: “Erfreulich ist, dass sich nach der Studie die digitale Sicherheitslage bei Verbrauchern verbessert hat. Sorge bereitet uns das Gefälle zwischen Verbrauchergruppen. Es bleibt eine wichtige Aufgabe, dafür zu sorgen, dass im Digitalen niemand abgehängt wird.”

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