“Türöffner russischer Einflussnahme”

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Gefährliche Kontakte zu Russland? Der Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V. (CSRD) soll laut Recherchen des Magazins Kontraste und der Wochen-Zeitung "Die Zeit" Fühlung zu russischen Organisationen aufgenommen haben, die Verbindung zu russischen Nachrichtendiensten pflegten. (Foto: Wikilmages, pixabay.com)

Laut einer Recherche des ARD-Magazins Kontraste und der Wochenzeitung “Die Zeit” soll der Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V. (CSRD) Beziehungen zu russischen Organisationen und Cyber-Sicherheitsunternehmen mit nachrichtendienstlichem Hintergrund pflegen. Der Vorstand des Vereins, zu dessen Mitgliedern namhafte DAX-Unternehmen wie u. a. Commerzbank, Deutsche Bahn oder Volkswagen zählen, soll Kontakt mit zweifelhaften russischen Kreisen aufgenommen haben. Jene agierten im Cyberbereich und könnten laut Kritikern als “Türöffner russischer Einflussnahme” in Cyber-Sicherheits-Belange der Bundesrepublik Deutschland fungieren. 

Der Austausch von IT-Experten, Wissenschaftlern und Regierungsmitarbeitern sei auf einer mehrtägigen Tagung einer russischen Vereinigung für Internationale Informationssicherheit, dem sogenannten NAIIS, erfolgt, die sich vordergründig mit Cybersicherheit, Terrorbekämpfung und Cyber-Kriegsführung beschäftigt habe. Die Tagung soll laut Sicherheitskreisen einen “russisch nachrichtendienstlichen” Background besitzen.

Insbesondere wurde Kritik an dem Präsidenten des CSRD, Hans-Wilhelm Dünn, einem aus Potsdam stammenden CDU-Politiker, laut, welcher mit russischen Kreisen aktiv in Verbindung stünde. So habe er sich laut ARD-Recherche als CSRD-Präsident an einer Wahlbeobachtermission in Simbabwe unter der Federführung einer gerade erst ins Leben gerufenen Organisation mit dem Namen AFRIC beteiligt. Diese soll von einem russischen Unternehmer unterstützt worden sein, der die finanziellen Mittel aus seinem in Sankt Petersburg befindlichen Afrika-Büro bereitgestellt habe, um den Simbabwischen Präsidenten zu stärken. Denn “die Russische Föderation sei an der Stabilität der Macht des Präsidenten interessiert” wie es in einem Dokument heiße, das dem ARD-Magazin Kontraste und der Zeit vorläge.

Eine von der Bundesregierung finanzierte und in Auftrag gegebene Analyse der Organisation AFRIC habe ergeben, dass es bei der Wahlbeobachtermission vordergründig “um politischen Aktivismus” und “Fake” gegangen sei.  In einem Interview, welches Kontraste und die Zeit mit dem CSRD-Präsidenten Dünn geführt haben, wehrte sich dieser jedoch gegen die erhobenen Vorwürfe und betonte, dass der CSDR “keine Propaganda für Russland macht.” Im Vordergrund stünde allein “die Kommunikation zu allen relevanten Playern”, um Cyber-Sicherheit international voranzubringen, denn es ginge bei den Schäden in Milliardenhöhe, die Cyber Crime verursache, “teilweise um Leben und Tod.” 

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