Zu sicher für den Staat?

0
597
Europapolitiker Axel Voss (MdEP) wird auf der Public IT Security im September einen Impuls zur Sicherheit in 5G-Netzen geben. (Foto: Axel Voss)

Die Justizminister der Länder sprechen sich für eine Herabsetzung des IT-Sicherheitsniveaus in der neuen Mobilfunktechnologie 5G aus, damit Sicherheitsbehörden bei der Strafverfolgung auf Telekommunikationsdaten zugreifen können. Inbesondere gelte es, Rahmenbedingungen zu schaffen, um verschlüsselte Kommunikation über Messenger analysieren zu können.  

Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, monieren die Justizminister in ihrem Beschlusspapier zu ihrer derzeit stattfindenden Frühjahrskonferenz, sei ein Prüfstein, da sie den Zugriff auf Gespräche über WhatsApp und Co. erschwere. Außerdem seien sogenannte IMSI-Catcher im 5G-Netz wirkungslos, mit denen der Standort eines Mobiltelefons in einem Funkabschnitt des Netzes lokalisiert werden könne. Die Bewegungsdaten eines potenziellen Täters seien so nur mühevoll zu rekonstruieren, wie die Justizminister betonen.

Sollten die Lizenzen von 5G an verschiedene Anbieter verkauft werden, wäre dies für die Strafverfolger ein weiteres Hindernis, da nicht alle an die Provider geleiteten Daten zentral für den Verfassungsschutz und andere Institutionen verfügbar seien. Deshalb pochen die Minister darauf, dass auch nach der Einführung von 5G die Provider weiterhin mitgeschnittene Überwachungsdaten an die Behörden zur Ermittlungsarbeit in gleichbleibender Qualität und Umfang zu liefern hätten.

Jedoch führten Kritiker ins Feld, dass die Herabsetzung der Sicherheitsstandards von 5G Probleme nach sich ziehen könnte. So könnten Hacker leichter in Kritische Infrastrukturen eindringen, falls diese 5G verwendeten.

Gerade im Hinblick auf den international Wellen schlagenden Streit um den Netzausrüster Huawei zwischen der Volksrepublik China und den USA, sei Vorsicht im Umgang mit der neuen Technologie geboten.

5G auf der Public-IT-Security

Im Rahmen der im September stattfindenden Konferenz PITS (Public-IT-Security) wird die Sicherheit in 5G eingehend beleuchtet. Europapolitiker Axel Voss (MdEP), Dr. Wilhelm Eschweiler (Vizepräsident der Bundesnetzagentur) und Dr. Barbara Held (Bundesanstalt für den Digitalfunk BOS) diskutieren dort über aktuelle Entwicklungen und Herausforderung beim 5G-Ausbau. Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung findet man auf der kongressbegleitenden Homepage.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here