Neuen Einsatzrekord erreicht

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Stellten die Bilanz der Berliner Feuerwehr für 2018 vor: Innensenator Andreas Geisel (SPD, r.) und Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen. Foto: BS/Feldmann

Die Berliner Feuerwehr hatte im vergangenen Jahr fast 464.000 Einsätze zu bewältigen. Das stellt einen neuen Höchstwert und eine Steigerung um rund fünf Prozentpunkte im Vergleich zu 2017 dar. Besonders stark war die Zunahme im Bereich der Rettungsdiensteinsätze.

Deren Zahl stieg um über 18.000 auf mehr als 390.000 an. Insgesamt sei die größte deutsche Berufsfeuerwehr 2018 alle 67 Sekunden zu einem Einsatz ausgerückt, so Berlins Landesbranddirektor, Dr. Karsten Homrighausen. Seit 2008 hätten sich die Alarmierungen im Rettungsdienst um rund 50 Prozent erhöht. Er kritisierte eine “gewisse Vollkasko-Mentalität” der Bürger bei der Nutzung des Notrufs durch die Bürger. Zugleich musste Homrighausen einräumen, dass die Einhaltung der Hilfsfrist von 15 Minuten bei Bränden in der Bundeshauptstadt ohne Weiteres möglich sei. Anders sehe es jedoch beim Rettungsdienst und der dort geltenden Hilfsfrist von zehn Minuten aus. Hier habe man die “Messlatte leicht gerissen”, so der Landesbranddirektor. Die durchschnittlich erreichte Hilfsfrist habe hier zuletzt bei 10,23 Minuten gelegen. Auch wurde das Schutzziel-Soll dort nicht erreicht.

Zusätzliche Rolle eingeführt

Homrighausen berichtete darüber hinaus von der Einführung einer neuen Rolle bei der Berliner Feuerwehr. Dort gibt es nun Oberärzte vom Dienst. Dabei handelt es sich um operative Vertreter des Ärztlichen Leiters Rettungsdienstes. Ihre Einrichtung soll zur Steigerung des medizinischen Qualitätsmanagements beitragen. Wahrgenommen wird die Funktion jeweils durch hauptamtliche Oberärzte der Berliner Feuerwehr, die zugleich bestellte Leitende Notärzte sind. Dadurch ist in Zukunft jederzeit ein besonders erfahrener Notarzt der Feuerwehr kontaktierbar und verfügbar.

Er oder sie kann dann als Ansprechpartner für medizinisch indizierte Rückfragen, etwa durch Klinikärzte, und Konsultationen fungieren. Außerdem kommen dem Oberarzt vom Dienst Koordinierungsaufgaben bei besonderen Einsatzlagen zu. Allerdings wird der Oberarzt vom Dienst erst zu einem späteren Zeitpunkt zur fachlichen Begleitung der Einsatzleitung sowie zur Unterstützung der Einsätze vor Ort ständig in der Leitstelle der Feuerwehr anwesend sein, wie es das Berliner Rettungsdienstgesetz vorschreibt.