Rheinmetall-Info-Tag in Unterlüß

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Der Transportpanzer "Fuchs" 1A8 KAI ("Kampfmittelaufklärung und -identifizierung") wurde erstmals der Fachöffentlichkeit gezeigt. (Fotos: BS/Portugall)

Mitte Mai hat Rheinmetall Defence internationalen Fachjournalisten die Gelegenheit geboten, auf seinem Firmengelände im niedersächsischen Unterlüß den neuen Schützenpanzer “Lynx” KF41 (KF steht für “Kettenfahrzeug”) zu besichtigen. Während der Schützenpanzer “Puma”, ein Gemeinschaftsprodukt von Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann (KMW), gerade an die Bundeswehr ausgeliefert wird, zielt der “Lynx” ausschließlich auf den Exportmarkt. Beim “Puma” war die Anforderung der Bundeswehr, dass er in den Airbus A400M passen muss, während der “Lynx” in der Boeing C-17 “Globemaster III” Platz finden soll.

In Deutschland ist der “Lynx” damit erstmals der Fachöffentlichkeit vorgestellt worden, nachdem er im vergangenen Jahr auf der Landstreitkräfte-Messe “Eurosatory” bei Paris das erste Mal überhaupt der Fachwelt präsentiert wurde. Er bildet eine modulare, mittelschwere Gefechtsfahrzeugfamilie, zu der neben der Schützenpanzer-Version unter anderem auch eine Führungs- sowie eine Sanitätsversion gehören. Rheinmetall bewirbt den “Lynx” als “Schützenpanzer der nächsten Generation”.

Der Schützenpanzer wiegt leer 44 Tonnen und kann bis zu sechs Tonnen zuladen. Die Fahrzeugbesatzung besteht aus Kommandant, Fahrer und Schütze. Bis zu neun Infanteristen mit voller Ausrüstung können aufsitzen. Derzeit ist eine Hauptbewaffnung bis zum Kaliber 35mm vorgesehen, es aber besteht Aufwuchspotenzial. Darüber hinaus verfügt der rundum geschützte “Lance”-Mittelkaliberturm-Turm über Pods für weitere Bewaffnung – wie zum Beispiel Panzerabwehr-Lenkflugkörper oder andere Subsysteme gegen Drohnen (UAV) oder Ausstattung für den elektronischen Kampf. Für den Antrieb hat Rheinmetall einen 850 Kilowatt-Dieselmotor des Schweizer Herstellers Liebherr in Verbindung mit einem Getriebe der Augsburger Renk AG ausgewählt.

Aktuell befindet sich diese Kettenfahrzeug-Plattform auf drei Kontinenten im internationalen Wettbewerb: in Tschechien, den USA und Australien.

Das Erprobungszentrum Unterlüß (EZU) ist mit seinem 50 Quadratkilometer umfassenden Schießplatzgelände das größte private Test- und Versuchsgebiet in Europa. Für die Erprobung von Waffen und Munition wurde bereits 1899, d.h. zehn Jahre nach Gründung des Unternehmens Rheinmetall, ein Gelände in der Lüneburger Heide, in der Nähe der niedersächsischen Ortschaft Unterlüß, gepachtet.

Für nationale und internationale Kunden führt heute die Rheinmetall Waffe Munition GmbH umfangreiche System- und Komponentenerprobungen durch. Wehrtechnische Untersuchungen werden in allen Phasen des Produktentstehungsprozesses durchgeführt.

Kernaktivitäten sind dabei die Ermittlung und Überprüfung der technischen Kenndaten, Leistungsgrenzen, der Funktionstüchtigkeit und Zuverlässigkeit sowie der Wartung und Betriebssicherheit. Hierfür stehen eine Reihe moderner Anlagen und Feuerstellungen zur Verfügung.

Die Rheinmetall Waffe Munition GmbH ist spezialisiert auf die Entwicklung und Produktion von großkalibrigen Waffenanlagen einschließlich der entsprechenden Munition. So wird in Unterlüß seit 1979 beispielsweise die 120mm-Waffenanlage für den Kampfpanzer “Leopard 2” und die Suchzünder-Munition “SMArt 155” für die Artillerie hergestellt.

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