Nicht nur ein Militärflugzeug, sondern ein Luftkampfsystem

0
403
Soll bis 2040 als Gemeinschaftsprojekt dreier europäischer Nationen in die Luft gehen: FCAS-Modell 1:1. Der Prototyp wurde auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget von den Verteidigungsministerinnen Deutschlands, Spaniens und Frankreichs feierlich enthüllt. (BS/Portugall)

Auf der internationalen Luftfahrtmesse in Le Bourget weht mehr als nur ein Hauch von Zukunftsmusik. Vor allem Prototypen lassen erahnen, welche Highend-Modelle in den nächsten Jahrzehnten den Himmel erobern könnten. Auch das FCAS-Modell, bei dessen Entwicklung die Nationen Deutschland, Spanien und Frankreich an einem Strang ziehen, wurde vor wenigen Tagen medienwirksam auf dem Messegelände im Maßstab 1:1 enthüllt.

Die Verteidigungsministerinnen Ursula von der Leyen (Deutschland), Florence Parly (Frankreich) und Margarrite Robles (Spanien) unterschrieben im Beisein des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron den Vertrag für die Konzeption des NGWS in Le Bourget, der die drei Länder auf militärischem Gebiet noch enger kooperieren lässt. Das Rahmenabkommen “Framework Agreement” legt die Managementstrukturen sowie die Projektorganisation unter den drei Ländern fest. Darüber hinaus wurde ein erstes Durchführungsabkommen beschlossen, laut dem bis 2020 eine Konzeptstudie erfolgen soll, an der sich die Bundesrepublik beteiligt.

Gefechtsfeld der Zukunft

Das in Le Bourget gezeigte FCAS-Modell, das nach Planung erst 2040 einsatzfähig sein und bis zu acht Milliarden Euro kosten soll, ist nicht nur ein herkömmliches Militärflugzeug, sondern ein Luftkampfsystem. Ein sogenannter Systemverbund, auch bekannt unter dem Terminus “System of systems”, operiert sowohl mit bemannten als auch unbemannte Einheiten (“remote carriers”). Außerdem könnten zusätzlich Schiffe der Marine sowie Landfahrzeuge des Heeres in den Verbund aufgenommen werden. Darüber hinaus sei FCAS in der Lage, auf digitale Kommunikation und Analyse großer Datenmengen in hoher Geschwindigkeit zu setzen. Alle Einheiten des Systemverbunds könnten über eine Cloud auf diese Daten zugreifen.  

“Großer Tag für die europäische Verteidigungsunion”

Die Investition in die gemeinsame Entwicklung von FCAS beschreibt die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen als “großen Tag für die europäische Verteidigungsunion.” Außerdem sei die Modernisierung der Bundeswehr durch das grenzübergreifende Gemeinschaftsprojekt einen Schritt weiter vorangekommen.  

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here