Cyber-Politik: Verbraucherschutz mitdenken

0
407
Das Heim wird smarter, aber mit intelligenten und vernetzten Geräten steigt auch die Gefahr des Missbrauchs durch Cyber-Attacken. Wer soll für die Cyber-Sicherheit der Geräte zuständig sein? (Foto: geralt, pixabay.com)

“Wir brauchen dringend einen Dialog über Cyber-Sicherheit, der die Verbraucher betrifft. Denn Angriffe auf kritische Infrastrukturen können durch Bot-Netze aus den privaten Haushalten kommen”, betonte Gerd Billen, Staatssekretär aus dem Bundesjustizministerium. Aber ob die Hersteller in die Pflicht genommen werden sollen oder nicht, polarisiere die politische Diskussion.

Viele Verbraucher wüssten nicht, wie sie sich schützen könnten und seien mit den Lösungsangeboten überfordert, erläuterte er. “Es ist deshalb auch eine Aufgabe der Hersteller und Händler sich darum zu kümmern, dass die Produkte sicher sind.” Denn als Verbraucher könne man sich nicht 24/7 mit Sicherheitsupdates, Features, Datenschutz und den neusten technischen Möglichkeiten für die Cyber-Sicherheit auseinandersetzen. “Einen wichtigen Schritt haben wir mit der verabschiedeten EU-Warenkaufrichtlinie erreicht, welche eine Updateverpflichtung vorsieht, die dem Produkt und dessen Lebenserwartung angemessen ist”, so der Staatssekretär auf der Veranstaltung “Cybersicherheitspolitik in Deutschland 2019” von der Stiftung Neue Verantwortung.

Kritisch betrachtet dies jedoch der Bitkom. Teresa Ritter, Bereichsleiterin Sicherheitspolitik bei dem Digitalverband, merkte an, dass die Unternehmen die Freiheit bräuchten, solche Anforderungen selbst zu regeln. Denn solche Sicherheitsleistungen wie verlängerte Updates, würden sich auch im Preis widerspiegeln. Der Kosten und Nutzen müsse abgewogen werden, vor allem im Verbraucherinteresse.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here