Ein Projekt für alle Ebenen

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Stefan Krebs, der Landes-CIO/CDO von Baden-Württemberg, will nicht nur endlich eine effiziente und sichere digitale Verwaltung aufbauen, sondern auch Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz frühzeitig angehen. (Foto: BS/Orth)

Der Digitalisierungskongress Baden-Württemberg 4.0 ist heute mit einer Keynote des baden-württembergischen Landes-CIO/CDO Stefan Krebs eröffnet worden. Vor mehr als 400 Zuhörern zog Krebs ein Zwischenfazit zur Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) und gab einen Einblick, wie das Land Baden-Württemberg diese Herausforderung angeht.

So sei es von zentraler Bedeutung, bei der Umsetzung der OZG-Themenfelder nicht nur aus dem Land heraus zu arbeiten, sondern die Kommunen aktiv einzubeziehen. Baden-Württemberg hat u.a. die Federführung bei der Realisierung des Themenfeldes „Mobilität und Reisen“ übernommen und steht nun mit seinen Kooperationspartnern vor der Aufgabe, einen digitalen Prototypen sowie Bausteine für das Förderale Informationsmanagement (FIM) sowie konkrete Umsetzungspläne für die Nachnutzung durch die anderen Länder zu erarbeiten. Um die Digitalisierungsaufgaben des Landes “möglichst effizient und kooperativ umsetzen zu können, haben wir eine E-Government-Vereinbarung zwischen Land und Kommunen abgeschlossen“, so Krebs. Um die Lösungen zudem möglichst einheitlich zu gestalten, habe man einerseits interdisziplinäre Teams aufgebaut, die an Standardisierungsprojekten arbeiten und andererseits mit dem Portal “Service BW” bewusst schon frühzeitig eine behörden- und ebenenübergreifende Plattform für die gemeinsame Entwicklung aufgebaut: „Service BW ist die zentrale Drehscheibe für alle Akteure der Verwaltungsdigitalisierung bei uns im Land. Hier werden die entwickelten Lösungen zudem für alle Behörden in Baden-Württemberg zur Nachnutzung angeboten.“ Die Lösungen im Landesportal werden dabei laut dem CDO/CIO kostenfrei sowie auf die jeweilige Größe der Behörde skalierbar für alle Akteure der baden-württembergischen Verwaltungslandschaft angeboten.

Schlüsselthemen KI und IT-Sicherheit

Auch die IT-Sicherheit ist im Südwesten ein wichtiges Kernthema. Daher habe man die Sicherheit zu einem festen Bestandteil der Landesstrategie „digital@bw“ gemacht, um mit den Angeboten die Daten von Bürgern und Unternehmen gleichermaßen zu schützen. „Deutschland ist inzwischen weltweit das Land, das am dritthäufigsten von Cyber-Angriffen betroffen ist. Daher ist eine nachhaltige IT-Sicherheit zum einen zwingende Voraussetzung für die digitale Verwaltung, zum anderen müssen wir aber auch auf die wachsende Bedrohung für KMU und Selbstständige reagieren“, so Krebs. Um diese Sicherheit zu gewährleisten, binde man Wirtschaft und Wissenschaft in die Entwicklungen ein und habe zudem eine Kooperationsvereinbarung mit dem BSI-Verbindungsbüro in Stuttgart abgeschlossen. Zusätzlich bietet das Land in einem Pilotprojekt eine sogenannte „Cyberwehr“, die angegriffenen Unternehmen schnell und unkomplizierte Hilfe bieten soll. Aktuell können rund 11.000 KMU in der Technologieregion Karlsruhe auf dieses Angebot zugreifen, von denen man bislang in rund 60 Fällen helfen musste.
Abschließend forderte Krebs, die Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz (KI) als Chance zu begreifen. „Die Technik birgt natürlich auch Risiken, aber wir werden sie auch nicht ignorieren können. Daher müssen wir sehen, dass wir in eine Vorreiterrolle bei der KI kommen.“ Zudem brauche es eine europäische Initiative, um gemeinsam eine starke Rolle im globalen Wettbewerb spielen zu können. Das Land Baden-Württemberg selbst fördere die Künstliche Intelligenz zusammen mit Fördergeldern aus dem Bund bereits mit insgesamt etwa 120 Millionen Euro.

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