Zukunftsweisende Wege einschlagen

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Wirbt für das FBA: Aufbaustableiterin Birgit Schenderlein. (Foto: BS/Bednarski)

“Die Rekrutierung von Personal hat für uns momentan oberste Priorität“, sagt Birgit Schenderlein, Leiterin des Aufbaustabs des Fernstraßen-Bundesamts (FBA). Im Gespräch mit dem Behörden Spiegel stellt sie den aktuellen Stand des neu aufzubauenden FBA dar, erläutert, mit welchen Maßnahmen die Attraktivität als Arbeitgeber gesteigert werden soll und spricht über die Aufgaben der Behörde.

Behörden Spiegel: Frau Schenderlein, am 1. Januar 2021 muss das Fernstraßen-Bundesamt (FBA) arbeitsfähig sein. Die Organisation erinnert an das Bundeseisenbahnvermögen (BEV) und das Eisenbahn-Bundesamt (EBA).

Schenderlein: Das FBA ist nicht die erste Behörde, die im Geschäftsbereich des Bundesverkehrsministeriums gegründet wird, wodurch wir die positiven Erfahrungen nutzen und darauf aufbauen können. Das FBA übernimmt die Dienstherrenbefugnisse für die Beamten der Autobahn GmbH des Bundes. Das ist die gleiche Funktion, wie sie das BEV für die Beamten der DB AG wahrnimmt. Aber darüber hinaus nimmt das FBA vielfältige fachliche und hoheitliche Aufgaben wahr. Ein Beispiel ist die Planfeststellung für Bundesautobahnen und Bundesstraßen in der Verwaltung des Bundes.

Behörden Spiegel: Wie weit ist der Aufbau des FBA vorangeschritten?

Schenderlein: Die Rekrutierung von Personal hat für uns momentan oberste Priorität. Im Personalhaushalt für 2019 sind 41,5 Dienstposten vorgesehen. Diese sollen zum Jahresende auch besetzt sein. Insgesamt ist für das FBA eine Zielgröße von 400 Beschäftigten geplant. Für den Hauptsitz in Leipzig sind gut 250 Beschäftigte vorgesehen. An den weiteren drei Standorten Bonn, Gießen und Hannover sollen die übrigen 150 verteilt werden. Aktuell werden für diese Standorte geeignete Immobilien gesucht.

Behörden Spiegel: Zeitgleich zu den Verhandlungen für die Tarifbeschäftigten muss der Übergang der Beamten organisiert und vorbereitet werden.

Schenderlein: Natürlich. Aber es sind viele Details zu klären, neben Besoldung und Stufenzuordnung auch die Beihilfe und Versorgungsrücklage. Klar ist, dass die Besitzstände gewahrt werden müssen. Für eine Reihe von Beamten wird es aber auch zu deutlichen Verbesserungen kommen, allein durch das unterschiedliche Besoldungsniveau zwischen dem Bund und den meisten Ländern.

Behörden Spiegel: Was zeichnet die neue Bundesbehörde aus?

Schenderlein: Wie betont, können wir beim Aufbau des FBA auf bisherige Erfahrungen aus anderen Behörden zurückgreifen. Gleichzeitig können wir auch etwas Neues schaffen, bei welchem wir bereits jetzt zukunftsweisende Wege einschlagen. Bei der Rekrutierung des dringend benötigten Personals positionieren wir uns als moderner Arbeitgeber. Besonders erwähne ich an dieser Stelle auch das interessante und anspruchsvolle Aufgabenspek­trum des FBA. Zudem möchten wir bewusst eine Organisation aus jungen und langjährig erfahrenen Mitarbeitern formen. Bei uns soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht nur eine leere Worthülse sein. Hierfür möchten wir entsprechende flexible Arbeitszeitregelungen entsprechend den Bedürfnissen unserer Mitarbeiter schaffen. Auch mobiles Arbeiten oder Telearbeit inklusive der dazugehörigen technischen Ausstattung sollen zu unserem Angebot gehören. Ebenso werden wir ein Job-Ticket für unsere Beschäftigten haben. Daneben sind wir einer neuen Rahmenvereinbarung des Bundes beigetreten, welche mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO)-Life-Balance die Betreuung von Kindern und von pflegebedürftigen Angehörigen ermöglicht. Für künftige Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten wie auch die berufliche Entwicklung der Beschäftigten des FBA schaffen wir derzeit die Voraussetzungen. Daneben zeichnet sich der Standort Leipzig als kulturell, gesellschaftlich und infrastrukturell attraktive Großstadt aus.

Behörden Spiegel: Das FBA ist einerseits für die Linienführung zuständig, andererseits Genehmigungsbehörde. Ist das ein Widerspruch in sich?

Schenderlein: Einen solchen Widerspruch sehe ich nicht. Der Gesetzgeber hat dem FBA diese Aufgaben ab dem 1. Januar 2021 zugewiesen. Auch nach der Herauslösung des Bereichs der Bundesautobahnen aus dem derzeitigen System der Bundesauftragsverwaltung der Bundesfernstraßen soll die Ausübung dieser hoheitlichen Aufgaben durch eine Behörde erfolgen. Dabei bleibt die Landeszuständigkeit für Raumordnungsverfahren unberührt. Im Übrigen werden die planerischen Vorarbeiten für die Linienbestimmungen für Bundesautobahnen und Bundesstraßen in Bundesverwaltung ab dem 1. Januar 2021 der Autobahn GmbH des Bundes als Vorhabenträgerin obliegen. Das FBA nimmt auf dieser Grundlage dann den hoheitlichen Akt der Linienbestimmung vor.

Behörden Spiegel: Das Gesetz erlaubt den Ländern Planung und Betrieb der Fernstraßen abzugeben. Wer hat davon Gebrauch gemacht?

Schenderlein: Ich verstehe Ihre Frage so, dass Sie nachfragen, welche Länder bisher beantragt haben, dass die in ihrem jeweiligen Land gelegenen Bundesstraßen in der Baulast des Bundes ab dem 1. Januar 2021 in Bundesverwaltung übergehen. Die Möglichkeit eines solchen Antrags sieht das Grundgesetz vor. Das kann ich konkret so zusammenfassen: Hamburg, Bremen und Berlin werden ab 2021 die Bundesstraßen in der Baulast des Bundes abgeben.

Behörden Spiegel: Wird während der Autobahn-Reform zeitgleich die IT konsolidiert?

Schenderlein: Es wurden Erhebungen zu den IT-Anwendungen und Anforderungen der Länder durchgeführt, um damit herauszufinden, was alles berücksichtigt werden muss. Da kamen bereits bei kleinen Bundesländern mehrere tausend Datensätze zusammen. Aber ob für den Einsatz in der Autobahn GmbH des Bundes und / oder dem FBA ganz neue Lösungen entstehen oder jene der Länder erst einmal weitergeführt werden, wird sich zeigen. Aktuell stehen ungefähr 1.400 zu konsolidierende Fachanwendungen zur Diskussion.

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