Elektroschocker-Einführung ausgesetzt

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Kommt die Elektroschock-Pistole "Taser" in NRW – oder kommt sie nicht? (Foto: BS/Feldmann)

Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul (CDU), hat unter Verweis auf knappe Haushaltsmittel angeordnet, dass die Einführung der Elektroschockpistole “Taser” bei seiner Landespolizei auf unbestimmte Zeit verschoben werden soll. Der Minister verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, dass die Praxistauglichkeit dieses nicht unumstrittenen Gerätes erst noch in einem NRW-Pilotprojekt nachgewiesen werden müsse. Solche Tests hatten die Regierungsfraktionen CDU und FDP bereits in ihrem Koalitionsvertrag von 2017 verabredet. Ursprünglich hätten diese Versuche wohl schon im vergangenen Oktober beginnen sollen.

Vertreter von Polizeigewerkschaften kritisieren diesen Beschluss. Schon seit Jahren fordert die Polizei die Einführung dieser elektrischen Druckluftpistole zum Eigenschutz ihrer Beamten, der immer häufiger vonnöten ist. Als mögliche Anwendungsfälle werden in diesem Zusammenhang zum Beispiel Messerattacken oder häusliche Gewalt genannt.

Kritiker dieser eigentlich nicht-tödlichen Distanzwaffe verweisen jedoch darauf, dass es innerhalb von nur acht Monaten drei Todesfälle nach solchen Waffeneinsätzen gegeben hat – in Bayer, Rheinland-Pfalz und Hessen.

Bei “Taser” handelt es sich um ein sogenanntes Distanz-Elektroimpulsgerät, das früher vom US-Unternehmen Taser International und jetzt von Axon Enterprise hergestellt wird. In den Vereinigten Staaten gehört diese Elektroschock-Waffe zur Grundausrüstung der meisten Polizeien. Die ursprüngliche Idee war, sie bei Flugzeugentführungen einzusetzen, weil Schusswaffengebrauch in der Kabine im schlimmsten Fall zum Absturz führen kann.

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