Kein MS Office in der Schule?

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Microsoft muss die datenschutzkonforme Nutzung seiner Cloud-basierten Office-Lösungen ermöglichen, damit es nicht bald heißt: "Zurück zur Schiefertafel" (Foto: congerdesign, pixabay.com)

Der Einsatz von Microsoft Office 365 in Schulen ist unzulässig, wenn personenbezogene Daten außerhalb Deutschlands in der Cloud gespeichert werden. So die Einschätzung des hessischen Landesbeauftragten für Datenschutz, Prof. Michael Ronellenfitsch.

Das Problem: Bei Speicherung von personenbezogenen Daten in der europäischen Cloud sei Zugriff durch US-amerikanische Behörden möglich. Außerdem werde ähnlich wie beim Microsoft Betriebssystem Windows 10 eine Fülle von Telemetriedaten an das US-Unternehmen gesendet.

2017 hatte der Landesbeauftragte die Nutzung von Office 365 für zulässig erklärt, sofern Daten in der von der Deutschen Telekom als Treuhänder verwalteten “Deutschland-Cloud” gespeichert werden. Dieses Angebot ist inzwischen jedoch von Microsoft eingestellt worden. Zwar plant das Unternehmen aktuell, eine neue Rechenzentrumsinfrastruktur in Deutschland aufzubauen, diese wird aber voraussichtlich ebenfalls Probleme bereiten, da diese ohne Treuhandmodell direkt von Microsoft betrieben werden soll.

Lösung gesucht

Auch über eine Einwilligung der Betroffenen in die Datenverarbeitung könnten Schulen das Problem nicht lösen, so die Datenschutzbehörde, weil die Nachvollziehbarkeit der Prozesse nicht gewährleistet sei. Bis Microsoft die Nutzung der Cloud-Lösung gemäß europäischem Datenschutzrecht gestalte, könnten sich Schulen mit Einzel-Lizenzen auf lokalen Systemen behelfen.

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