Experimentierfeld für die intelligente Stadt

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Neben anderen Städten soll auch Ulm zum digitalen Vorbild für urbane Zentren in Deutschland werden. (Foto: BS/Hermann Traub/www.pixabay.com)

Dass unser Leben zunehmend digitaler wird, kann wohl niemand leugnen. Die neuen Technologien entwickeln sich rascher denn je, fast täglich erscheinen innovative Applikationen, die unseren Alltag einfacher gestalten sollen, auf der Bildfläche. Unübersehbar wird jedoch zunehmend auch eine grundlegende Asymmetrie: Wo die Nutzbarkeit neuer Technologien wuchert, scheint der urbane Raum irgendwie ins Hintertreffen zu geraten oder doch zumindest teilweise überfordert.

Doch was für den Menschen gilt, sollte nicht weniger für seinen Lebensraum zutreffen. Um die digitale Entwicklung der Stadt nicht im Sinne eines Laissez Faire bloß zu begleiten, sondern aktiv und unter Wahrung der Privatsphäre des Bürgers selbst zu gestalten, hat das Bundesinnenministerium (BMI) das Projekt “Smart Cities made in Germany” ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein mehrstufiges Förderprogramm, das sich sowohl an Städte unterschiedlicher Größe als auch an ländliche Kommunen wendet und Gelder von insgesamt 750 Millionen Euro bereitstellen soll.

Normative Blaupause stellen die Leitlinien der 2017 verabschiedeten Smart City Charta. Aus ihrem Katalog bezog die Jury unter anderem auch diejenigen Kriterien, die für die Auswahl die ersten Modellstädte und -kommunen ausschlaggebend waren. Besonderes Augenmerk lag dabei aber auf der Replizierbarkeit der gewonnen Erkenntnisse; man wolle einen Wissenstransfer in die Breite, heißt es aus dem BMI. Entsprechend vielseitig fiel auch die Wahl der ersten Staffel aus: Nach einiger Überlegung blieben für die Jury 13 Städte und Kommunen übrig, darunter etwa größere Städte wie Ulm, Wolfsburg und Cottbus, aber auch ländliche Gebiete und interkommunale Strukturen wie der Landkreis Wunsiedel oder auch die Kooperation Arnsberg, Menden, Soest und Bad Berleburg. Seit letzter Woche werden in ihnen digitale Konzepte erprobt und – so die Zielsetzung – verwertbare Erkenntnisse gesammelt, die sich in Zukunft auf die noch ausstehenden Projekte des Förderprogramms übertragen lassen.

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