Wenig Frauen in kommunalen Managementpositionen

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Noch immer stark unterrepräsentiert: Frauen in Top-Managementpositionen in öffentlichen Unternehmen. (Foto: Tim Reckmann, www.pixelio.de)

Frauen sind in den Top-Managementorganen öffentlicher Unternehmen weiter unterrepräsentiert. Die Besetzung dieser Positionen mit weiblichen Führungskräften ist zwar im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozentpunkte auf 19,3 Prozent leicht gestiegen, liegt aber weiterhin unter den von der Politik formulierten Zielen. Dies geht aus der “FIT-Public Management-Studie 2019” der Zeppelin Universität Friedrichshafen hervor.

Die Studie analysiert aktuelle Daten aus April und Mai 2019 von 69 Städten und 1.463 öffentlichen Unternehmen. Insgesamt wurden im Jahresvergleich 24 durch Männer besetzte Top-Managementpositionen durch Frauen neu besetzt. 13 zuvor weiblich besetzte Positionen wurden neu durch Männer besetzt. Zwischen den Städten bestehen allerdings große Unterschiede. Besonders hoch ist der Anstieg in Berlin und Potsdam mit jeweils vier neuen weiblichen Top-Managementmitgliedern. Berlin ist nun mit 40,3 Prozent in die Spitzengruppe der Städte mit über 35 Prozent weiblich besetzten Top-Managementpositionen aufgestiegen. Dort führen unverändert Offenbach am Main (54,5 Prozent) und Greifswald (40 Prozent) das Feld an. Neu in der Spitzengruppe sind neben Berlin die Städte Brandenburg a. d. Havel (36,8 Prozent) und Rostock (36,1 Prozent).

Bei den Städten Braunschweig, Essen, Flensburg, Kaiserslautern, Ludwigshafen und Neumünster liegt die Repräsentation demgegenüber unter fünf Prozent. Den stärksten Rückgang verzeichnet Ludwigshafen mit vormals zehn Prozent auf nun null Prozent. Auf Länderebene ist im Bundesvergleich der Anteil von Frauen in kommunalen Top-Managementpositionen in Niedersachsen (11,7 Prozent), Rheinland-Pfalz (9,3 Prozent) und Schleswig-Holstein (8,1 Prozent) deutlich niedriger als beispielsweise in Brandenburg (26,1 Prozent) oder Mecklenburg-Vorpommern (25,4 Prozent). In der Branchenbetrachtung zeigt sich, dass die Bereiche “Stadtwerke” (7,8 Prozent) und “Abfall-/Entsorgungswirtschaft” (8,8 Prozent) weiterhin geringe Werte aufweisen. In den Branchen “Krankenhäuser” (28,3 Prozent) und “Gesundheit und Soziales” (31,3 Prozent) sind Frauen häufiger repräsentiert.

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