Bundeswehr erhält neue V-/UHF-Funksysteme

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Sie sollen fortan für eine störungsfreie Kommunikation auf der Ersten Meile sorgen: die SDRs der SOVERON-Familie. (Foto: BS/Rohde & Schwarz)

Nachdem der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages bereits Ende Juni grünes Licht für die Ausrüstung der von der Bundeswehr gestellten NATO-Speerspitze VJTF (Very High Readiness Joint Taskforce) 2023 gegeben hat, sind nun auch die Vertragsverhandlungen abgeschlossen. Das Ergebnis: Der Auftrag für die Ausstattung der Truppe mit einer lückenlosen Führungsfunkanbindung im Rahmen des Systems Panzergrenadier geht an den Münchner Technologiekonzern Rohde & Schwarz.

Das zu implementierende V-/UHF-System gehört zur SOVERON-Familie und soll fortan den Funkverkehr zwischen dem Infanteristen der Zukunft, kurz IdZ Erweitertes System, und dem Schützenpanzer Puma auf der Ersten Meile gewährleisten. Es handelt sich um eine Kombination aus Handhelds (SDHR/SOVERON HR) und Fahrzeugfunkgeräten (SDTR/SOVERON VR), deren Zusammenspiel die Führungsfunkanbindung simultan mit Sprache und IP-Daten abwickeln soll. Dank Soveron Wave-Wellenformen, die über eine hohe Datenrate verfügen, gelten die Geräte der SOVERON-Familie als besonders störresistent. Ebenfalls gewährt die Technologie den schnellen Aufbau sogenannter MANETs (mobile adhoc networks), welche die Kommunikation zusätzlich absichert, da alle Informationen über weitere Knoten geleitet werden; das altbekannte Rollenmodell, in dem jeweils ein Gerät nur sendet, eines nur empfängt, wird damit durch ein deutlich dynamischeres abgelöst, in dem jedes Gerät gleich beide Funktionen übernehmen kann.   

Ein weiterer Faktor ist die Kompatibilität. Denn auch sollen die neuen SDRs (Software Defined Radios) auf das bereits von der Bundeswehr beauftragte SVFuA-System (Streitkräftegemeinsame verbundfähige Funkgeräteausstattung, Serienname: SOVERON D) zugreifen können, das mit SDR-Wellenformen operiert. Wie jüngste Testreihen des Unternehmens ergeben haben, soll SOVERON daneben auch abwärtskompatibel sein und mit der immer noch im Gebrauch befindlichen Infrastruktur der analogen SEM-Generation interagieren können.

Rohde & Schwarz tritt als Subunternehmer von Rheinmetall Electronics auf, das für die Ausrüstung der von der Bundeswehr gestellten NATO-Speerspitze VJTF 2023 verantwortlich zeichnet. Darüber hinaus übernimmt der Münchner Konzern auch die technische Integration, Trainings- und andere Serviceleistungen. Die Auslieferung der ersten Charge der neuen Funksysteme ist für das Jahr 2020 anberaumt.   

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