Ein Blick über den Zaun

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In Österreich soll bis Ende dieses Jahres jeder Polizist mit einem dienstlichen IPhone (Foto) ausgestattet werden. (Foto: BS/Feldmann)

Innerhalb Europas beschäftigen sich derzeit nahezu alle Polizei-Organisationen mit Fragen der mobilen polizeilichen Kommunikation. In Österreich sollen bis Jahresende jede Polizistin und jeder Polizist mit einem Dienst-Smartphone ausgerüstet und jede Dienststelle mit mindestens einem Tablet ausgestattet sein. Das Beschaffungsprogramm wurde im September 2017 gestartet und wird seitdem ständig ausgebaut.

Beschafft werden aktuelle Smartphones von Apple mit einem Speichervolumen von 32 GB. Zum Schutz des Gehäuses und des Displays sind die Geräte mit einem Rundumseitenrahmen und mit Panzerfolie ausgestattet. Als Tablets kommen iPads mit ebenfalls 32 GB Speichervolumen, verstärkten Schutzhüllen und Panzerfolie zum Einsatz. Spezielle für den Polizeidienst entwickelte Apps bieten den Beamten jederzeit und ortsungebunden Zugriff auf die wichtigsten Datenbanken. Auf allen Geräten ist die App “MFK-Abfragen” installiert, die an die interne Abfrageplattform (IAP) angebunden ist und beispielsweise Abfragen an die Personen- und Sachfahndung ermöglicht. Über einen dienstlichen Messenger können Dateien und Fotos versandt und ausgetauscht werden. Darüber hinaus kann auch untereinander kommuniziert werden. Die einsatzkritische Sprachkommunikation der österreichischen Polizei wird aber nach wie vor über den auf TETRA-Basis beruhenden “Digitalfunk BOS Austria” abgewickelt. Insoweit führen die Einsatzkräfte derzeit stets zwei Geräte, ein TETRA-Funkgerät und ein IPhone, mit.

Interessante Beschaffungs- und Kostenvariante Um mit der technologischen Entwicklung einigermaßen Schritt zu halten, erfolgt die Beschaffung der Smartphones und Tablets im Rahmen einer 36-monatigen Leasingvariante mit inkludierten “Managed Services”. Die Gesamtkosten des Hardwareleasings, diverser Serviceleistungen sowie der Daten- und Sprachtarife für die im Beschaffungsprogramm vorgesehenen rund 27.000 Smartphones und 3.000 Tablets belaufen sich nach Angaben des österreichischen Bundesministeriums für Inneres auf jährlich rund 3,8 Millionen Euro. Der Rollout und die Verwaltung der Geräte erfolgt durch die “A1 Telekom Austria AG”. Dabei gehen die Smartphones und Tablets direkt vom Anbieter an den Nutzer, weil nach der Auslieferung keine weitere Programmierung nötig ist. Über das kommerzielle Netz der “A1” laufen auch die MFK-Abfragen und der Messengerdienst der Polizei. Die Errichtung eines eigenen Funknetzes für die Datenkommunikation der Polizei steht derzeit nicht zur Debatte. Bei dem Projekt “Mobile Polizeikommunikation” hat die Datensicherheit oberste Priorität. Mit einem “Mobile-Device-Management” werden u.a. Berechtigungen und Benutzerprofile zentral gesteuert.

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