“Uns droht die digitale Steinzeit 3.0!”

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"Bürgerinnen und Bürger, die heute in eine Verwaltung kommen, haben doch kein Verständnis dafür, dass sie mit ihrem Handy die halbe Welt bewegen können, aber es nicht schaffen, eine normale Verwaltungsdienstleistung auch abzurufen," so dbb-Bundesvorsitzender Ulrich Silberbach zur Digitalen Verwaltung in Deutschland. (Foto: Marco Urban)

Der dbb-Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach betrachtet den Stand der Digitalisierung in Deutschland – insbesondere seiner Verwaltungen – als verbesserungswürdig. Falsch sei es außerdem, ausschließlich auf Erfolge bei der Künstlichen Intelligenz zu setzen.

Zwar betont er, dass das Onlinezugangsgesetzes (OZG) ein notwendiger Schritt der Regierung gewesen sei, doch sähe er bei der Etablierung bundeseinheitlicher Standards Mängel. Außerdem sei die Einhaltung des für die Behörden verpflichtenden Zeitplans, sämtliche Verwaltungsdienstleistungen bis 2022 digital anzubieten, in Verzug geraten. Nicht zuletzt würden die Verwaltungsmitarbeiter ungenügend geschult und fehle es auch an finanziellen Mitteln, um eine fortschrittliche Behörde 4.0 umzusetzen. Laut Silberbach drohe Deutschland in die “digitale Steinzeit 3.0” abzurutschen.

Automatisierung ist nicht alles

Verwaltungsabläufe durch Digitalisierung und Automatisierung zu beschleunigen sei zwar ein wichtiger Aspekt, doch oftmals schwierig in der Praxis umzusetzen: “Wenn ich ein betagter Mitbürger bin, und habe ein komplexeres Problem, dann möchte ich von Mensch zu Mensch reden. Dann will ich, dass ich mein Problem schildern kann und ich will eine Lösung mit den Kolleginnen und Kollegen vom Amt erarbeiten.”

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