Gemeinsam fahnden

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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU, l.) und sein sächsischer Amtskollege Prof. Dr. Roland Wöller (CDU, r.) haben im vogtländischen Plauen ein gemeinsames Fahndungs- und Kompetenzzentrum eingeweiht. (Foto: Sächsisches Innenministerium)

Im vogtländischen Plauen ist ein gemeinsames Fahndungs- und Kompetenzzentrum der sächsischen und der bayerischen Landespolizei sowie der Bundespolizei in Betrieb gegangen. Von dort aus wird künftig die polizeiliche Fahndungs- und Kontrolltätigkeit im Raum Vogtland sowie in Oberfranken koordiniert.

In der Einrichtung sammeln und analysieren immer drei Beamte aus Sachsen, Bayern und von der Bundespolizei Informationen zur grenzüberschreitenden Kriminalität. Darauf aufbauend initiieren und koordinieren sie gemeinsame Aktionen und Einsätze. Diese werden dann von Kräften der Polizeidirektion Zwickau, des Polizeipräsidium Oberfranken sowie der Bundespolizeidirektion Pirna umgesetzt. Schwerpunkte stellen Kontrollen auf Autobahnen, Bundesstraßen sowie in den Grenzregionen selbst dar. Eine ähnliche Einrichtung existiert bereits in Bautzen. Dort ist Bayern allerdings nicht beteiligt. Noch in diesem Monat soll ein drittes Zentrum in Stollberg ans Netz gehen.

Vorgesehen sind unter anderem der institutionalisierte und verstetigte Austausch polizeilicher Lagebilder, vor allem in den Bereichen Betäubungsmittel- und Waffenkriminalität, Verschiebung von Fahrzeugen sowie Schleusung und Menschenhandel. Des Weiteren sind gemeinsame Aus- und Fortbildungsveranstaltungen geplant.

Fahndungsdruck erhöhen

Sachsen Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller (CDU) sagte zu den neuen Einrichtungen: “Die neuen Fahndungszentren sind Teil unserer grenzbezogenen Sicherheitsarchitektur im Freistaat Sachsen.” Durch eine zielgerichtete Kooperation innerhalb der Polizei erhöhe man systematisch den Verfolgungsdruck auf Straftäter und könne Fahndungsressourcen effektiver einsetzen. Und sein Münchner Amtskollege Joachim Herrmann (CSU) ergänzte: “Von offenen Binnengrenzen, die eine große Errungenschaft der Europäischen Union sind, profitieren leider nicht nur Geschäftsreisende und Touristen, sondern auch Straftäter.” Aus diesem Grunde sei es das Ziel, den grundsätzlichen Wegfall der Grenzkontrollen durch ein umfangreiches Maßnahmenbündel auszugleichen und die grenzüberschreitende Kriminalität effektiv einzudämmen. Hierfür sei das Kompetenzzentrum Vogtland ein “wichtiger Meilenstein”, so Herrmann.

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