Versorgung verbessern

0
306
Um Herzinfarktpatienten noch besser und vor allem schneller versorgen zu können, ist man inzwischen in der Lage direkt aus dem Rettungswagen EKG-Daten an Kliniken übermittelt werden (Foto). (Foto: BS/Feldmann)

Herzinfarkte gehören nicht nur in Berlin und Brandenburg zu den häufigsten Todesursachen. In der Bundeshauptstadt standen sie 2016 auf Platz drei, in der Mark sogar auf dem zweiten Platz. Da bei Infarkten Herzkranzblutgefäße verschlossen werden, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen, ist Eile geboten. Da hilft es enorm, wenn bereits aus dem Rettungswagen heraus EKG-Daten an das jeweilige Krankenhaus übermittelt werden können.

Denn dann ist es den Kliniken möglich, sofort die Kräfte der sogenannten Katheterbereitschaft zu alarmieren. Insbesondere nachts und am Wochenende sind diese nämlich oftmals nicht direkt vor Ort. Bestenfalls treffen die Mitarbeiter dann zeitgleich mit dem Patienten im Krankenhaus ein, gegebenenfalls sogar unmittelbar im Katheterlabor.

Diesen Idealzustand möglichst oft zu erreichen, ist Ziel des Projektes “QS-Notfall”. Daran beteiligen sich 22 Berliner und zwei Brandenburger Klinikverbünde sowie die Rettungsdienste der Hauptstadt sowie der Landkreise Havelland und Oberhavel. Weitere Kooperationspartner sind unter anderem die Ärztekammer Berlin, das Brandenburger Gesundheitsministerium sowie die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit. Gefördert wird das Vorhaben mit 1,5 Millionen Euro aus Mitteln des Innovationsfonds vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).

Weiterbildung soll verstetigt werden

Im Rahmen des Projektes wurde eine Online-Fortbildung zum noch besseren Erkennen von Herzinfarkten entwickelt. An dieser haben bisher fast 2.000 Mitarbeiter der beteiligten Rettungsdienste erfolgreich teilgenommen, darunter auch zahlreiche Notärzte. Die Weiterbildung soll auch nach dem Ende des Projektes im Februar 2020 weiter angeboten werden. In den beiden Brandenburger Landkreisen wurden bisher bereits mehr als 1.000 EKGs übermittelt, in Berlin waren es schon rund 1.300.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here