Mehr Klarheit bei Daten-Anonymisierung

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Unklarheit bei den Bürgern: Angeblich anonymisierte Daten sind oftmals nur pseudonymisiert und folglich bestimmten Personen zuzuordnen. (Foto: Sophieja, pixabay.com)

Die Einwilligung der Verarbeitung personenbezogener Daten wie etwa Name oder Adresse ist laut der europäischen Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) nicht erforderlich bei einer Daten-Anonymisierung. Doch sind die Informationen, für die eingewilligt werden sollen, immer anonym?

“Wenn Daten wirklich anonymisiert wären, bräuchte es gar keine Einwilligung zu einer anonymen Nutzung, denn dann wären es keine personenbezogenen Daten mehr”, äußert sich Bundesdatenschutzbeauftragter Ulrich Kelber (SPD) in diesem Zusammenhang. Um den Datenschutz zu gewährleisten, seien einerseits Klarheit über die Daten-Anonymisierung und andererseits gesetzliche Handreichungen für den Bürger notwendig.

Nach dem Erwägungsgrund 26 der EU-DSGVO findet keine Anwendung auf anonymisierte Daten statt. Darin wird Anonymisierung als personenbezogene Daten beschrieben, die durch Veränderungen eine Identifizierung der betroffenen Person nicht mehr zulässt. Jedoch besteht laut Kelber oft Unklarheit darüber, ob die einzuwilligende Datennutzung im Internet tatsächlich anonymisiert ist.

So geht es ihm zufolge in Wirklichkeit oftmals um pseudonymisierte Daten. Dabei handelt es sich um personenbezogene Daten, die ohne weitere Angaben einer bestimmten Person nicht zuordbar sind (Art. 4 Ziff. 5 EU-DSGVO). Es besteht allerdings grundsätzlich die Möglichkeit einer Personenzuordnung bei Kenntnis der erforderlichen Informationen. Diesen Punkt greift Kelber auf und kritisiert, dass mit Hilfe neuer Techniken Daten auf einfache Weise personalisierbar seien. 

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