Aus Smart-City wird Smart-Village

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Mit ihrer Smart-Village-App ist die brandenburgische Kleinstadt Bad Belzig nun digitaler Vorreiter in Brandenburg. (Foto: Stadt Bad Belzig)

Nicht nur die urbanen Zentren der Republik sind Träger der digitalen Entwicklung, auch in weniger besiedelten Kommunen mangelt es nicht an informationstechnologischen Neuerungen und innovativen Projekten. Das bewies nun die brandenburgische Kreisstadt Bad Belzig, die zur Mitte des Monats ihre Version einer “Smart-Village-App” präsentierte.

Die App ist Teil der Zukunftsstrategie “Digitales Brandenburg”. Deren Ziel: Auch die ländlichen Gebiete sollen am informationstechnologischen Wandel der Gegenwart teilhaben und dadurch ihr Attraktivitätspotenzial steigern. “Bad Belzig hat erkannt, dass man die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung beherzt ergreifen soll, um damit einen echten Mehrwert für die Bürger zu bieten.”, erklärt Staatsekretär und Digitalkoordinator des Landes Thomas Kralinsky.

Ein offenes Projekt

Hinsichtlich ihrer Funktionen ist “Smart-Village-App” nicht festgelegt – ein offenes Projekt. Zunächst soll es darum gehen, einen Kommunikationskanal zu schaffen, der die unterschiedlichen Akteure der Region näher zusammenrücken lässt. Um das zu erreichen, hat man in einem ersten Schritt eine Content-Plattform eingerichtet, auf der verschiedene redaktionelle Inhalt eingestellt werden können. Neben regionalen Tagesblättern wie der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) sind hier vor allem auch lokale Vereine und Institutionen gefragt, wie zum Beispiel die Bürgerzeitung “Fläming 365”.

Weitere Funktionen sollen dazukommen

In einem zweiten Schritt will man das Angebot jedoch noch deutlich ausbauen. Denkbar ist etwa eine Implementierung von E-Government-Services. „Unsere Bad Belzig-App bündelt verschiedene digitale Dienste und Angebote für die Bürger und Gäste unserer Stadt. Sie aktualisiert sich permanent und bleibt somit interessant für die Nutzer. Wir wollen die App stetig weiter entwickeln: In Zukunft sollen die Belziger Bürger direkte Verwaltungsleistungen online erledigen können.”, heißt es hierzu von Roland Leisegang, Bürgermeister der Kreisstadt.

Blaupause für andere Kommunen

Da sie auf einem Open-Source-Code basiert und somit frei einsehbar ist, soll die App als eine digitale Blaupause fungieren, die andere Kommunen des Landes für eigene Zwecke übernehmen können. Silke Kühlewind, Referatsleisterin für Digitalisierung des Städte- und Gemeindebunds Brandenburg: „Jede Stadt, jedes Amt, jede Gemeinde ist einzigartig und braucht daher ein individuell passfähiges Leistungsangebot für ihre eigenen Rahmenbedingungen, Prioritäten und Nutzergruppen. Der große Vorteil dieser App ist ihr modularer Aufbau und ihre individuelle Anpassungsfähigkeit. Das Grundmodul der App kann ab sofort genutzt werden, um sie auf den großen gemeindlichen Informationsbedarf von Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen, aber auch Touristen und Gästen in anderen Kommunen zuzuschneiden.“

Wie es heißt, liegt derzeit schon eine Interessensbekundung der Kreisstadt Herzberg vor.

Die “Smart-Village-App” ist eine Koproduktion von Land und Kommune, wobei die brandenburgische Staatskanzlei finanzielle Zuschüsse in Höhe von 65.000 Euro beigetragen hat.

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