Tiger bleiben am Boden

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Bei der Bundeswehr sind derzeit alle "Tiger"-Hubschrauber am Boden. Grund sind möglicherweise fehlerhafte Bolzen. (Foto: malopictures, CC BY 2.0, www.flickr.com)

Alle 53 “Tiger”-Hubschrauber der Bundeswehr dürfen vorerst nicht mehr fliegen. Grund sind Bauteile, die möglicherweise Mängel aufweisen könnten. Konkret geht es um Verbindungsbolzen innerhalb der Rotorsteuerung des Fluggerätes.

Einige dieser aus Titanium bestehenden Teile könnten laut Angaben des “Tiger”-Herstellers Airbus eine sogenannte Wasserstoffversprödung aufweisen. Es bestehe die Gefahr, dass die Bolzen während des Fluges brechen und zu einem Absturz des Hubschraubers führen könnten, hieß es. Die gleichen Bolzen sind zwar auch in Bundeswehr-Helikoptern der Typen NH90 und EC135 verbaut. Dort befinden sie sich allerdings nicht an sicherheitsrelevanten Stellen, weshalb für diese Maschinen kein Flugverbot verhängt wurde.

Angeordnet wurde die Flugpause vom General Flugbetrieb Heer. Sicherheit habe bei der Bundeswehr höchste Priorität, hieß es vom Kommando Heer. Betroffen sind die Fluggeräte im Kampfhubschrauberregiment 36 im hessischen Fritzlar sowie im deutsch-französischen Heeresfliegerausbildungszentrum im französischen Le Luc. Vor ihrem nächsten Flug sollen die Maschinen gründlich überprüft werden. Gegebenenfalls ist ein Austausch der Bolzen vorgesehen. Derzeit nutzt die Bundeswehr die “Tiger”-Maschinen zu Aus- und Fortbildungszwecken im Inland. Im Auslandseinsatz befinden sich die Hubschrauber derzeit nicht. In Mali war im Juli 2017 jedoch ein solches Bundeswehr-Fluggerät abgestürzt. Dabei starben zwei Soldaten. Laut einer Bundeswehr-Analyse geht der Absturz auf einen Wartungsfehler des Herstellers zurück. Bei anderen Armeen, etwa in Frankreich, sind die “Tiger” weiterhin im Einsatz.

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