Training in Mali mit geschützten Transportfahrzeugen

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Übungsszenario: Der malische Zug reagiert auf feindlichen Beschuss und verlässt unter gegenseitiger Sicherung das Fahrzeug. (Foto: Bundeswehr, Sebastian Nothing)

Im Koulikoro Training Center – rund 60 Kilometer östlich der Hauptstadt Bamako, wo sich das Hauptquartier der europäischen Ausbildungsmission befindet – wurde eine malische Kompanie im Einsatz mit dem Transportfahrzeug “Casspir” geschult. Nach vier Wochen Ausbildung haben die vier Züge ihr Training im Juli abgeschlossen. Der deutsche Oberst Schmidt überreichte zusammen mit dem malischen Oberst Traoré die Ausbildungszertifikate.

Jeder der vier Züge hatte drei Fahrzeuge und bereits eingewiesene Fahrer hinzubekommen. Das Ausbildungsteam bestand aus deutschen, irischen, tschechischen und ungarischen Trainern. Geübt wurden mit den malischen Soldaten die verschiedensten Situationen: vom einfachen Beschuss durch feindliche Kräfte bis hin zum Anschlag mit improvisierten Sprengfallen (engl. IEDs).

Mit der Europäischen Trainingsmission (EUTM) Mali unterstützt die Europäische Union (EU) die Regierung in Bamako dabei, Sicherheit und Stabilität im Land wiederherzustellen. Seit 2013 beteiligt sich die Bundeswehr an diesem ursprünglich von Frankreich initiierten Einsatz.

Das Mandat der Ausbildungsmission umfasst die Unterstützung und Beratung der malischen Armee im Rahmen ihrer Strukturreform. Zudem sollen die einheimischen Sicherheitskräfte befähigt werden, Souveränität, Sicherheit und Stabilität des westafrikanischen Landes eigenständig zu gewährleisten. Aus diesen Aufgaben leiten sich die zwei Pfeiler der EUTM Mali ab: Der erste Pfeiler ist die Beratung des malischen Verteidigungsministeriums und der Führungsstäbe. Die Ausbildung der malischen Streitkräfte stellt den zweiten Pfeiler dar.

Die EUTM Mali ist keine exekutive Mission. Das bedeutet, dass die eingesetzten ausländischen Soldaten sich an keinen Kampfhandlungen beteiligen und die malischen Streitkräfte auch nicht in militärischen Operationen begleiten sollen.

Die Bundesregierung unterstützt die malischen Streitkräfte im Rahmen ihrer Ertüchtigungsinitiative mit gepanzerten Fahrzeugen. Der deutsche Botschafter Dietrich Becker übergab die insgesamt 29 Fahrzeuge vom Typ “Casspir” im Juli in der Garnisonsstadt Kati an General Abdoulaye Coulibaly, den Generalstabschef Malis.

Der “Casspir” ist ein minengeschützter, gepanzerter Truppentransporter mit Allradantrieb aus Südafrika. Hergestellt wird das Fahrzeug heute unter anderem von Land Systems OMC, einer südafrikanischen Tochter des britischen Rüstungskonzerns BAE Systems.

Das aktuelle Bundeswehr-Mandat des Bundestages wurde Anfang Mai dieses Jahres für ein weiteres Jahr verlängert.  Die bewilligte Mandatsobergrenze beträgt 350 Soldaten. Aktuell dienen 152 deutsche Soldaten im Rahmen der EUTM Mali” (Stand Ende Juli). Nach Bundeswehr-Angaben belaufen sich die bisherigen Kosten der Ausbildungsmission in Mali auf 43,8 Millionen Euro. Daneben beteiligen sich die deutschen Streitkräfte auch noch an der robusten UN-Stabilisierungsmission MINUSMA im Osten des Sahel-Landes.

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