Digitalfunkgeräte gestohlen

0
615
Bei mehreren Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), darunter unter anderem die Hamburger Polizei, sind Digitalfunkgeräte und Sicherheitskarten abhandengekommen. (Foto: benjaminnolte, https://stock.adobe.com/de/ )

Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) in Deutschland sind mehrere Digitalfunkgeräte und Sicherheitskarten abhandengekommen oder gestohlen worden. So werden in Hamburg sowohl durch die Staatsanwaltschaft als auch durch das Dezernat Interne Ermittlungen der Polizei mehrere Ermittlungsverfahren dazu geführt. Die Rede ist von insgesamt 22 Digitalfunkgeräten und der gleichen Anzahl an Sicherheitskarten.

13 der Geräte und Karten entfallen dabei auf die Hamburger Polizei, wie aus der Antwort des Senates auf eine Kleine Anfrage eines FDP-Abgeordneten hervorgeht (Drucksache 21/17958). Die Technik soll zwischen November 2019 und Februar dieses Jahres aus verschiedenen Polizeidienststellen entwendet und anschließend im Internet zum Verkauf angeboten worden sein. Elf Digitalfunkgeräte und zwölf Sicherheitskarten der Hamburger Polizei sind demnach bereits als Hehlerware in verschiedenen Bundesländern sichergestellt worden. Die Ermittlungen dauern weiter an. Unter den Beschuldigten sind auch zwei Vollzugsbeamte der Hamburger Polizei. Des Weiteren sollen mit einem gestohlenen Digitalfunkgerät der Polizei der Hansestadt in zwei kurz hintereinander folgenden Fällen auf einem polizeilichen Funkkanal Daten abgefragt worden sein. Darüber hinaus sei von mindestens zwei Beschuldigten der Polizeifunk abgehört worden.

Beschaffung erfolgt dezentral

Von der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) hieß es dazu, dass man Kenntnis über abhandengekommene BOS-Digitalfunkgeräte habe und entsprechende Statistiken führe. Details hierzu könnten jedoch nicht preisgegeben werden. Grundsätzlich erfolge die Endgeräte-Beschaffung dezentral durch und in Verantwortung der für die jeweilige BOS zuständigen Beschaffungsstellen. Die Endgeräte würden von Bund und Ländern eigenverantwortlich betrieben und abgesichert.

Weiter hieß es aus der BDBOS, dass jedes Endgerät im BOS-Digitalfunknetz über eine “Individual Short Subscriber Identity” (ISSSI) verfüge. Diese sei auf der jeweiligen Sicherheitsgerät im Funkgerät gespeichert und erlaube eine eindeutige Identifizierung eines jeden Digitalfunkteilnehmenden. Der Verlust einer BOS-Sicherheitskarte oder eines kompletten Endgerätes müsse sofort der jeweils zuständigen Autorisierten Stelle gemeldet werden. Diese sperre die Sicherheitskarte dann unverzüglich über das nutzereigene Management.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here