Für einen partizipativen Umgang mit KI

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Die Chancen der digitalen Zukunft gemeinsam ausloten: Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart auf der Dialogveranstaltung "Digitale Chancen von KI". (Foto: © MWIDE NRW/Susanne Kurz)

Ob beim Auto oder in der Medizin: neue Informationstechnologien sprießen. Was Gesellschaft und Politik unternehmen müssen, um die digitalen Neuerungen sozial einzufangen, wurde auf einer Veranstaltung der Landesregierung besprochen. Daneben gab es mit dem Zertifizierungskatalog zum Einsatz von KI-System einen ganz konkreten Anlass, der die Gespräche des Abends einrahmte. 

Zum jetzigen Zeitpunkt vermag wohl niemand abzusehen, welchen Einfluss Künstliche Intelligenz (KI) auf die Entwicklungen des sozialen Miteinanders haben wird. Die Potenziale scheinen enorm – die Risiken nicht weniger. So wichtig der Dialog über die Vor- und Nachteile neuer Technologien auch sei, des Öfteren verdecke er doch die Tatsache, dass KI längst unmittelbarer Bestandteil unserer Erfahrungswelt ist, so erklärte Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart im Rahmen der Veranstaltung “Digitale Chancen von KI – Anwendungen mitgestalten”. Ob man davon selbst Notiz nehme oder nicht – man sei bereits Teilnehmer des Spiels. Für Verweigerung sei es daher schon zu spät.

Laissez-faire ist keine Alternative

Allein das entlaste die Politik jedoch nicht, mahnt der Minister. Im Gegenteil, man dürfe der Digitalisierung nicht passiv gegenüberstehen und hoffen, dass eine unsichtbare Hand die Dinge schon richte. Vielmehr sei es eine dringliche Aufgabe, dass der gesellschaftliche Rahmen Schritt halte, indem er selbst dynamischer werde und Neuerungen der Informationstechnologien in ethischen, rechtlichen und politischen Diskursen einhole. Künstliche Intelligenz sei eine transdisziplinäre Herausforderung, die verschiedene Blickwinkel, Expertisen aber auch die Beteiligung des Bürgers verlangt, schließt der Minister. Aus diesem Grund sei die Politik gefordert, neue Standards zu etablieren, nicht zuletzt auch, um in der Bevölkerung für eine breitere Akzeptanz in Sachen neuer Technologien zu werben.

Zertifizierung als Projekt

Dieselben Maßstäbe sollen auch für die künftigen Zertifizierungspläne gelten. Noch im Dezember letzten Jahres hatte die Landesregierung mit der Kompetenzplattform KI.NRW unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts eine entsprechende Initiative ins Leben gerufen. Schon damals hat es geheißen, neben technischen auch Beobachtungen anderer Ressorts miteinbeziehen zu wollen, um verlässliche Grundbedingungen für die breiten Einsatz von KI-Systemen zu schaffen. Seither forschen Hochschulen, regionale Digital-Start-ups und Unternehmen der Branche an der Entwicklung eines Prüfkatalogs für die Bereiche Mobilität, Smart Home, Medizin und Industrie 4.0. Inzwischen hat man sieben Handlungsfelder identifiziert, die u.a. Datenschutz und Transparenz, aber auch Ethik und Recht umfassen. Zwar stehen die Bemühungen hier noch am Anfang, allerdings liegen aus den Fachgruppen bereits einige Leitthesen vor, wie das Projekt KI staatsseitig eingefangen werden kann. 

Der Dialog geht weiter

Entlang der Themenschwerpunkte Gesundheit und Pflege, duale Berufsausbildung und Datenzugang sind noch weitere Dialogveranstaltungen für die kommende Monate geplant. Die Ergebnisse sollen schließlich auf der Digitalkonferenz, die für Mitte November angekündigt ist, gesammelt und zu gemeinsamen Lösungen fortentwickelt werden.

Noch bis Ende September verfügen Bürgerinnen und Bürger über die Chance, ihre Ideen für die digitale Zukunft des Landes auf einer Online-Plattform zu äußern.

Weitere Informationen sowie einen Link zum Beteiligungsportal gibt es hier.

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