Die digitale Verwaltung funktioniert nur mit Breitbandgesellschaft

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Hielt die Keynote auf dem Kongress "Digitale Verwaltung RLP", der gerade in Mainz seine Premiere feiert: Randolf Stich, Staatssekretär und Amtschef im Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz sowie IT-Landesbeauftragter. (Foto: BS/Orth)

Vor mehr als 370 Teilnehmern hat der Staatssekretär und Amtschef im Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz sowie IT-Landesbeauftragte Randolf Stich die Premierenausgabe des Kongresses „Digitale Verwaltung RLP“ eröffnet. Kernthema seiner Keynote war vor allem der Ausbau der Infrastrukturen für schnelles Internet auch im ländlichen Raum.

Über den flächendeckenden Breitbandausbau wird schon seit langem bundesweit diskutiert, im großen Maße spürbar ist die Notwendigkeit für eine solche Infrastruktur – aber vor allem in Flächenländern wie Rheinland-Pfalz. Dort leben laut Landes-CIO Stich „zwei Drittel der Bevölkerung im ländlichen Raum.” Und weiter betont der Staatssekretär: “Bei solch einem Wert können die digitalisierten Prozesse in der Verwaltung nur funktionieren, wenn diese Menschen auch in der Lage sind, diese digital mit der entsprechenden Bandbreite zu nutzen.“

Daher habe die Landesverwaltung frühzeitig damit begonnen, bewusst strategische Partnerschaften mit den Landkreisen einzugehen, um den Breitbandausbau in Clustern steuern und umsetzen zu können sowie die Kommunen aktiv beim Aufbau der entsprechenden Infrastruktur zu unterstützen: „Wir empfehlen den Landkreisen dabei immer, direkt Glasfaserkabel zu verlegen, denn damit ist man für die Zukunft viel besser gerüstet. Bis 2025 wollen wir überall im Land Glasfaser liegen haben, da macht es nur Sinn, die Kabel bei aktuellen Projekten jetzt schon zu verlegen“, so Stich. Nicht ganz ohne Stolz erklärte der CIO außerdem, dass man den Anteil der Haushalte mit Breitbandanschluss von knapp sieben Prozent zu seinem Amtsantritt nun bereits auf fast 86 Prozent steigern konnte. Um die restlichen knapp 15 Prozent nun auch noch an schnelles Internet zu bringen, stünden die Mittel schon bereit, sodass man das Projekt Glasfaser bis 2025 auf jeden Fall schaffen werde, so der Staatssekretär.

Sicherheit, Nachhaltigkeit – und das allgegenwärtige OZG

Zudem betonte Stich, dass eine digitale Verwaltung mit all ihren Angeboten nur dann nachhaltig funktionieren kann, wenn eine größtmögliche Sicherheit für die Daten der Bürger gegeben ist: „Die IT-Sicherheit im Land ist immer nur so gut wie ihre schwächste Stelle, daher haben wir eine dreiteilige Strategie für das landesweite IT-Sicherheitsmanagement erstellt, um auf möglichst alles vorbereitet zu sein. So haben wir frühzeitig eine CISO- und eine CERT-Stelle eingerichtet, damit wir Angriffe auf unsere Systeme schnell und mit bestmöglicher Expertise beantworten können.“ Zudem habe man als „Rückgrat der IT-Sicherheit für das Land Rheinland-Pfalz“ schon frühzeitig den Landesbetrieb Daten und Information mit einem zentralen Rechenzentrum eingerichtet, welches über ein dreistufiges Firewall-System verfügt und regelmäßig vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf Hochsicherheit geprüft werde.

Ein besonderes Anliegen ist dem Landes-CIO zudem die Nachhaltigkeit der Systeme: „Wir haben das Thema Green IT schon 2007 in unsere IT-Strategie mit aufgenommen. Gerade Rechenzentren schlucken extrem viel Energie, diese müssen so energieeffizient arbeiten wie möglich. Auf die Nachhaltigkeit achten wir aber auch bei Ausschreibungen für Komponenten, die wir von außen beziehen.“ Neben der allgemeinen Digitalisierung steht wenig überraschend auch in Rheinland-Pfalz die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) ganz oben auf der allgemeinen Agenda. Hier will man die Kommunen mit vielen Projekten entlasten, beispielsweise mit einer zentralen Plattform für die Umsetzung aller Verwaltungsdienstleistungen. Hierfür arbeite man eng mit den kommunalen Spitzenverbänden zusammen, um möglichst alle Akteure des Landes mit ins Boot zu holen.

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