rescEU als “Sicherheitsnetz”

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Christos Stylianides, EU-Kommissar für Humanitäre Hilfe und Krisenschutz, sieht rescEU als "Sicherheitsnetz". (Foto: BS/Feldmann)

Die rescEU-Kapazitäten der Europäischen Union sollen entsprechende Anstrengungen der Mitgliedsstaaten nicht ersetzen. Vielmehr gehe es um die Ergänzung regionaler und lokaler Ressourcen. Bei rescEU handele es sich um “eine Art Sicherheitsnetz”. Das machte der EU-Kommissar für Humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Christos Stylianides, deutlich.

Auch in Zukunft würden die Nationalstaaten selbst entscheiden, ob sie sich an rescEU beteiligen wollen oder nicht, so der Zypriot. Momentan stünden im Rahmen des Mechanismus neun Löschflugzeuge und sechs Hubschrauber zur Verfügung. Sie stammten unter anderem aus Spanien, Italien und Schweden, erläuterte Stylianides im Zuge seines Besuches des Verkehrslandeplatzes im brandenburgischen Welzow. Der EU-Kommissar sieht rescEU derzeit in einer Übergangsphase. Er sagt voraus: “rescEU wird in Zukunft weiter ausgebaut.” Denn bei dem Programm handele es sich um eine “gemeinsam europäische Antwort” auf neue Herausforderungen sowie ein Zeichen europäischer Solidarität. Zudem gehe es um eine höhere Kosteneffizienz durch die Nutzung von Synergien. Auch der Präsident der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), Albrecht Broemme, lobt rescEU. Mithilfe dieses Mechanismus könne schneller reagiert werden als im Rahmen des europäischen Gemeinschaftsverfahrens für den Katastrophenschutz.

Möglicherweise wird Waldbrandschutzstaffel stationiert

Auf dem Flugplatz in Welzow, südlich von Cottbus, könnte laut dem Europaabgeordneten Dr. Christian Ehler (CDU) im Rahmen von rescEU die bisher einzige aus Löschflugzeugen bestehende Waldbrandschutzstaffel nördlich der Alpen entstehen. Der Verkehrslandeplatz sei – nicht zuletzt wegen seiner Nähe zu einem See – ein “idealer Standort”. Dies sähen auch Verantwortliche in Nachbarstaaten der Bundesrepublik so, unter anderem in Polen und Skandinavien. Denn: ganz Europa werde sich künftig in einer viel größeren Dimension als bisher mit Wald- und Vegetationsbränden beschäftigen müssen, prognostizierte Ehler. In Deutschland würden Löschflugzeuge seines Erachtens in diesem Zusammenhang nicht in Konkurrenz zu Hubschraubern stehen. Vielmehr würden sich die beiden Einsatzmittel gegenseitig ergänzen, meint der Europaparlamentarier.

Löschflugzeuge kürzer einsetzbar

Das sieht THW-Chef dezidiert anders. Das größte, momentan verfügbare Löschflugzeug der Welt, eine umgebaute Boeing 747, könne 72.000 Liter Löschwasser auf einmal transportieren. Gleichzeitig könnten damit jedoch nur vier Flüge pro Tag absolviert werden. Hubschrauber hingegen könnten zwar weniger Löschwasser pro Flug mitführen, könnten gleichzeitig allerdings mehr Umläufe absolvieren. Zudem seien sie multifunktional einsetzbar, hieß es.

Broemme betrachtet den Standort Welzow darüber hinaus als ideal geeignet für die Sicherheitsforschung. Dort könne unter anderem zu Drohnen und Brandbekämpfung aus der Luft geforscht werden, meint er. Die Bürgermeisterin des Ortes, Birgit Zuchold (SPD), schließlich will über die Ansiedlung eines europäischen Brand- und Katastrophenschutzzentrums diskutierten.

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