Viele nutzen unbewusst Künstliche Intelligenzen

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In einer Expertenrunde diskutierten Referenten über die Chancen und Risiken von Künstlichen Intelligenzen (KI). (Foto: BS/ Dombrowsky)

Die Künstliche Intelligenz (KI) gilt als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Bis 2025 plant der Staat in diesen Bereich insgesamt drei Milliarden Euro zu investieren. Die Chancen und Risiken einer zukünftigen Verwendung von KI werden besonders hinsichtlich des Datenschutzes und der Ethik kontrovers diskutiert.

In Konkurrenz zu Deutschland stehende Länder stellen für die KI-Forschung laut der Bundestagsabgeordneten Daniela Kluckert (FDP) in den kommenden Jahren jedoch mehr finanzielle Mittel zur Verfügung. So lägen die staatlichen Investitionen in China bis 2030 bei 150 Milliarden Euro. Maßgeblich für den Unterschied seien etwa gesetzliche Reglementierungen von Fonds. Darüber hinaus bleibe eine Förderung oftmals aufgrund der fehlenden Innovationsakzeptanz des deutschen Marktes aus. Kluckert fordert daher den Staat auf, als Tester voranzugehen und Innovationen bewusst zu propagieren.

KI ist Realität

Zukünftig könne man KI-Systeme für die Personalentlastung in vorbereitenden Tätigkeiten einsetzen. Außerdem biete sich die Möglichkeit, Krankheiten frühzeitig und schneller zu erkennen, findet Kluckert. Mit Blick auf die steigende Anzahl potenzieller Gefahrenstellen für die Cyber-Sicherheit sei die KI-Nutzung unerlässlich. So würde bei der Erkennung von Gefahren eine KI etwa 200-mal schneller arbeiten können als ein Analyst, heißt es vonseiten mehrerer Unternehmen. Entscheide dahingegen ein Mensch, betrachte man die Vergangenheit. Experten sind sich darüber einig, dass KI jedoch kein kommendes Thema mehr ist, sondern schon geschieht. Die meisten Personen würden intelligente Systeme wie etwa Chatbots bereits nutzen, ohne dies bewusst zu tun.

Vertrauen in Datenschutz aufbauen

Das Bundesverfassungsgericht hat längst entschieden, dass Entscheidungen beim Einsatz von KI weiterhin von einem Menschen getroffen werden müssen. Fraglich ist für Kluckert allerdings, ob man nicht das Recht darauf haben sollte, Entscheidungen von einer KI und keinem Menschen treffen zu lassen. Denn “KI ist am Ende gerechter”, mutmaßt die Bundestagsabgeordnete. Neben der ethischen Diskussion ist die Frage um den Datenschutz umstritten. Für die Verwendung der erforderlichen personenbezogenen Trainingsdaten sei nach Expertenmeinung die Zustimmung gemäß EU-Datenschutzgrundverordnung maßgeblich. Dafür müsse man jedoch “Vertrauen aufbauen, dass mit den Daten sachgerecht umgegangen wird”, betont Dirk Kunze vom nordrhein-westfälischen Landeskriminalamt (LKA). Experten fordern gesetzliche Veränderungen, um sich bei der Datenverarbeitung auf rechtssicherem Terrain zu bewegen. Außerdem sei es notwendig, die Angriffsflächen zu minimieren, um Daten sicher zu machen. Eine weitere Möglichkeit biete die kurzfristige statt langfristige Datenspeicherung. Nicht zuletzt könne eine zentrale KI-Prüfstelle für Sicherheit sorgen.

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