E-Scooter produzieren mehr CO² als gedacht

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Laut einer Studie der North Carolina State University emittieren E-Scooter deutlich mehr CO² als ursprünglich angenommen. (Foto: Fullstoppr, pixabay.com)

Kurz nach Freigabe für den Straßenverkehr galt der E-Scooter vielerorts schon als Sinnbild der ökologischen Wende in Deutschland. Eine Studie der staatlichen Universität North Carolina hat nun im Zuge eines “Life-Cycle Assessments” Daten erhoben, die genau Gegenteiliges anzeigen.

E-Scooter sind bei weitem nicht so klimafreundlich, wie gemeinhin angenommen, so lautet das Fazit der Studie aus dem amerikanischen North Carolina. Grund für die Emissionen sei übrigens nicht der Ladevorgang der Batterien, der insgesamt den geringsten Beitrag darstellt. Das Problem liege vielmehr im Produktionskreislauf selbst, der, je nach Verfertigungsart, mitunter sehr aufwändig ausfallen könne. Hinzukäme, dass viele Roller das prognostizierte Alter von zwei Jahren so gut wie nie erreichten. Meist blieben die Fahrzeuge maximal einen Monat im Dienst, bevor man sie ersetzen müsse. Allgemeine Abnutzungsprozesse paaren sich hier mit einer hohen Vandalismusrate.   

Fast so viele Emissionen wie ein Auto

Rund 200 Gramm CO² soll der E-Scooter laut Studie je gefahrener Meile ausstoßen; das entspricht der Hälfte eines gewöhnlichen Kraftfahrzeugs, das 415 Gramm emittiert. Die Bilanz verschlechtert sich sogar noch, wenn man mit einbezieht, dass mit 34 Prozent nur ein Bruchteil der Befragten angab, den Elektroroller statt eines Autos zu nutzen. Der Rest ist entweder zu Fuß unterwegs oder greift auf das Fahrrad zurück. Nimmt man diese Faktoren zusammen, generiert der E-Scooter mehr Schadstoffe als seine mobile Konkurrenz, selbst ein Bus, der mit Diesel betrieben wird, ist letztlich klimafreundlicher, so die Statistik.

Negativberichte mehren sich

Die Studie der North Carolina State University ist nun schon die zweite, welche dem E-Scooter eine negative Ökobilanz attestiert. Bereits das in Portland ansässige Bureau of Transportation hatte über Befragungen herausgefunden, dass der elektrische Tretroller keinen wirklichen Ersatz für Autofahrer darstellt. Und das übrigens schon im Jahr 2018.

Die mit Abstand klimafreundlichsten Fortbewegungsmittel sind laut Studie im Übrigen E-Bikes, das gewöhnliche Fahrrad sowie der Gang zu Fuß.

Einen Einblick in die Ergebnisse der North Carolina State University erhält man hier.

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