Digitale Kompetenz und Konvergenz

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Mit über 500 Besuchern hat die dreizehnte Koblenzer IT-Tagung in der Rhein-Mosel-Halle einen Besucherrekord gefeiert. (Foto: BS/Portugall)

“Das schlimmste, was der Bundeswehr passieren kann, ist, Haushaltsmittel zu bekommen und sie dann nicht in Fähigkeiten umsetzen zu können.” Das sagte vor dem Hintergrund der aktuell in der Bundesregierung kontrovers geführten politischen Debatte um den Zwei-Prozent-Anteil der Verteidigungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) Generalleutnant Michael Vetter, Abteilungsleiter Cyber/Informationstechnik (CIT) im BMVg, Anfang September auf der Koblenzer IT-Tagung. Diese wurde wieder von AFCEA Bonn e.V. und dem BAAINBw in bewährter Weise gemeinsam veranstaltet und sehr gut besucht.

Einen beachtlichen Kostenanteil macht die Digitalisierung der Streitkräfte im Allgemeinen und der Landbasierten Operationen (D-LBO) im Besonderen aus. Daran führt jedoch kein Weg vorbei. “Schließlich digitalisieren auch unsere potenziellen Gegner ihre Fähigkeiten”, so General Vetter in seiner Koblenzer Keynote.

Daten seien der Rohstoff der Zukunft. “Digitale Kompetenz und Konvergenz im Zeitalter intelligenter Systeme”, so der Tagungstitel, werde auch beeinflussen, “wie wir künftig kämpfen”, sagte der ministerielle Abteilungsleiter und Drei-Sterne-General in Luftwaffen-Uniform.

Auch die BWI GmbH, der IT-Dienstleister für Bundeswehr und Bund, müsse vor diesem Hintergrund “deutlich weiterentwickelt werden”, betonte General Vetter. Dies gelte zunehmend auch für die sogenannte “grüne”, d.h. militärische Informationstechnik.

Martin Kaloudis, CEO der BWI, erklärte in diesem Zusammenhang, dass bei ihm im Unternehmen keine Unterscheidung mehr zwischen “weißer” – sprich ziviler – und “grüner” IT gemacht werde. Der Vorsitzende der BWI-Geschäftsführung verwies auch darauf, dass zum Jahresanfang 2020 der “Cyber Innovation Hub” (CIH) der Bundeswehr als Schnittstelle zwischen Startup-Szene und Bundeswehr fester Bestandteil der BWI werde.

In seiner Eigenschaft als stellvertretender Vorsitzender des Cyber Security Cluster Bonn stellte Prof. Dr. Peter Martini dieses im Oktober des vergangenen Jahres aus der Taufe gehobene Sicherheitsnetzwerk vor. Die Bundesstadt sei einer der führenden IT-Standorte in Deutschland. Schließlich haben das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Kommando Cyber- und Informationsraum (CIR) der Bundeswehr, die Telekom Security, T-Systems International GmbH, die Universität Bonn, die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sowie das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) ihren Sitz im Raum Bonn. Diese arbeiten eng mit der Stadt Bonn, der IHK Bonn/Rhein-Sieg, der Polizei NRW, den ansässigen großen Unternehmen Deutsche Post, Postbank und Deutsche Telekom, aber auch mit vielen mittelständischen Unternehmen zusammen.

Oberst i.G. Heiko Mühlmann, stellvertretender Vorsitzender AFCEA Bonn, verwies darauf, dass insbesondere Künstliche Intelligenz (KI) ein “starker Treiber von Veränderungen” sei. Seine Prognose für das Jahr 2030 lautete daher, dass dann mehr als die Hälfte der menschlichen Arbeit von automatisierten Systemen erledigt würde.

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