Kritik an Instagram-Start der Münchner Polizei

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Die Social-Media-Aktivitäten der Münchner Polizei würden Personal binden, dass dann im Streifendienst fehlt, kritisierte Rainer Nachtigall, Landesvorsitzender der DPolG in Bayern. (Foto: Screenshot_Instagram/Polizei_München)

Zur 186. Wiesn startete der Bayerische Innenminister, Joachim Herrmann, stellvertretend für die Bayerische Polizei, den Instagram Account der Münchner Polizei. Kritik kommt direkt vom Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG).

Der Instagram-Account hat bereits nach wenigen Tagen über 5.000 Follower. Vor allem jüngere Generationen will die Münchner Polizei auf der dynamisch wachsenden Social-Media-Plattform erreichen. Seit mehr als fünf Jahren ist die Münchner Polizei auf Facebook und Twitter aktiv. Damals wurden beide Kanäle anlässlich des 181. Münchner Oktoberfestes gestartet.

Die Ausweitung der Social-Media-Aktivitäten der Bayerischen Polizei auf Instagram wird von Rainer Nachtigall, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), grundsätzlich begrüßt: „Zwischen den Sozialen Netzwerken und der polizeilichen Praxis gibt es viele Schnittstellen, wie etwa die Fahndung, die Einsatzbegleitung und die Öffentlichkeitsarbeit, die auch der Nachwuchsgewinnung dient.“ Allerdings warnt Nachtigall davor, das Personal für diese stärkere Betätigung der Polizei in Sozialen Netzwerken aus den Basisdienststellen zu rekrutieren, ohne für diese Zusatzaufgabe zusätzliche Stellen im Haushalt zu schaffen.

„Geht man von 3 bis 5 Beschäftigten in den Social-Media-Teams bei den Polizeipräsidien aus, sind in diesem Bereich ca. 50 Beschäftigte tätig. Es sind häufig die jüngeren Polizeibeamtinnen und -beamten, die für die Social-Media-Aktivitäten bei der Polizei in Frage kommen. Dieser Personalbedarf geht aber unter Umständen zu Lasten des Streifendienstes in deren Dienststellen. Ein Nachersatz lässt dann auf sich warten“, sagt Nachtigall. „Nachdem im Doppelhaushalt 2019/2020 keine zusätzlichen Stellen für die „Etatisierung“ dieser Teams vorgesehen sind, muss die Staatsregierung im kommenden Haushalt dafür Sorge tragen“, fordert der Gewerkschaftsvorsitzende.

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